UBS: Für die Nachfolge von Chef Sergio Ermotti würden «dem Vernehmen nach» auch externe Kandidaten geprüft, obwohl offiziell eine interne Lösung angestrebt wird, schreibt die «NZZ am Sonntag». Diese könnten der Bank eine wichtige Aussenperspektive bringen. Die Grossbank stelle zurzeit eine Shortlist mit geeigneten Kandidaten zusammen. Derweil dürfte Ermottis Karriere nach seinem Rücktritt als CEO bei der UBS im Verwaltungsrat weitergehen, schreibt zudem der «Sonntagsblick». Und wenn Ermotti nach einem sechsmonatigen «Cooling-off» erst einmal in das Aufsichtsgremium gewählt ist, werde es nicht lange dauern, bis er das Präsidium übernimmt. (NZZaS, S.35; «Sonntagsblick», S.30f.)
HELVETIA BALOISE: In den kommenden zwei Wochen - noch vor Ende Januar - würden die ersten 200 Betroffenen beim neu zusammengeschlossenen Versicherer die Kündigung erhalten, schreibt «Inside Paradeplatz» unter Berufung auf eine interne Mitteilung. Die überwiegende Mehrheit der gestrichenen Jobs befinden sich demnach in der Schweiz. In einer zweiten Welle im März würden 400 bis sogar 500 weitere Stellen gestrichen. «Im Rahmen des bereits angekündigten und derzeit laufenden Informations- und Konsultationsverfahrens haben wir gegenüber den Sozialpartnern über die insgesamt in den nächsten drei Jahren maximal geplante Anzahl von Stellenreduktionen informiert», heisst es vom Unternehmen gegenüber dem Finanzportal. Helvetia Baloise hatte im Dezember den Abbau von bis zu 2600 Stellen in den kommenden drei Jahren angekündigt. («Inside Paradeplatz», Samstag online)
SELECTA: Vor dem Snackautomaten-Betreiber liegt dem Chef zufolge viel Arbeit: Selecta müsse seine Kosten in den Griff bekommen und das richtige Angebot haben, «damit wir die erste Wahl bleiben», sagte der seit Mitte Oktober neue CEO Venkie Shantaram im Interview mit der «Schweiz am Wochenende». Es habe rückblickend am Fokus und an der Umsetzung gemangelt: Bei seinem Stellenantritt habe Selecta 7300 Lieferanten gehabt - etwa 6000 zu viele. Heute habe das Unternehmen 6000 Angestellte, bis Ende Jahr rechne er mit lediglich 5500 oder sogar 5000 Stellen. 2025 hat Selecta laut dem Briten Shantaram einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro gemacht nach etwa 1,4 Milliarden im Vorjahr. Die Profitabilität werde sich 2026 deutlich verbessern. (SaW, S.35)
GALAXUS: Chef Florian Teuteberg hat sich in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» über die Reaktionen in der Schweiz zum umstrittenen AfD-Werbespot überrascht gezeigt. Die Reaktionen von Schweizer Kunden waren stärker als die aus Deutschland, wie der Chef des Onlinehändlers der Zeitung sagte. «Es hiess, wir sollten uns aus solchen Themen raushalten und unpolitischer sein.» In Deutschland habe Galaxus damit gerechnet, dass der Werbeclip, der die AfD-Politikerin Alice Weidel hochnimmt, Wellen schlagen wird. Der Werbespot sei vorgängig nicht über Teutenbergs Tisch gegangen. «Ich lasse die Leute im Marketing machen», sagte er. (SoZ, S.32)
HANDEL: Wegen eines neuen italienischen Finanzgesetzes stehen laut CH Media knapp eine Milliarde Franken auf dem Spiel. Der Techindustrie-Dachverband Swissmem wurde deshalb beim Bund und der italienischen Botschaft in Bern vorstellig, wie die «Schweiz am Wochenende» schrieb. Ohne Anpassung werde der Schweizer Maschinenexport faktisch vom italienischen Markt ausgeschlossen. Mit dem Gesetz will die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die heimische Industrie stärken und Konkurrenz aus China und den USA ausschliessen, wie CH Media schrieb. Steuerreduktionen winken demnach nur Ländern in der EU und im EWR-Raum - also nicht der Schweiz. Der Ausschluss von Schweizer Gütern sei «beunruhigend», teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft dem Medienhaus mit. (SaW, S.13)
WEF I: Der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat dem Bundesrat zu Zurückhaltung geraten bei einem Treffen mit Trump am Weltwirtschaftsforum in Davos GR. «Meiden Sie möglichst den Kontakt zu Trump», sagte er in einem Interview mit dem «Sonntagsblick». Bundespräsident Guy Parmelin solle dem US-Präsidenten vor allem zuhören. Trump halte es für grossartig, wenn er spreche und andere zuhörten. «Wer diese Art von Beziehung zu ihm pflegt, kann später eher etwas einfordern», sagte Bolton. Er verwies auf den ehemaligen Premierminister Japans, Shinzo Abe, der mit dieser Strategie gut gefahren sei. («Sonntagsblick», S.1ff.)
WEF II: Stapelbare Tiny Houses könnten laut dem Direktor vom Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos GR, Alois Zwinggi, als temporären Wohnraum dienen. «Dazu sind wir in Diskussion mit den Behörden», sagte Zwinggi im Interview mit der «Sonntagszeitung». Es sei inakzeptabel, dass Familien in einer Schulwoche aus dem Ort vertrieben werden. Das WEF könne nur an die Vermieter appellieren. Den Veranstaltern bereitet zudem die hohen Preise der Parahotellerie Sorgen. Das WEF bringe dieses Jahr 20 Prozent weniger Personal nach Davos, zahle für die Unterkünfte aber 20 Prozent mehr. «Bei den anderen Unterkünften ist es mir langsam wurst», sagte er. Dort würden die Preise von Veranstaltungen in die Höhe getrieben, die nichts mit dem WEF zu tun hätten. (SoZ, S.11)
WOHNEN: Der Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen, Martin Tschirren, rechnet im kommenden Jahr mit einer Zunahme des Wohnungsmangels in der Schweiz. «Die Ursachen für die Wohnungsknappheit lassen sich nicht so schnell ändern», sagte Tschirren in einem Interview mit «Blick». Zu diesen zählt er die Zunahme der Anzahl Haushalte, das Bevölkerungswachstum, die Zuwanderung und die Wirtschaftsentwicklung. Die Massnahmen des Aktionsplans des Bundes gegen knappen Wohnraum zielen laut Tschirren auf mittel- bis langfristige Effekte ab. «Noch sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels», sagte er. («Blick», Samstag)
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(AWP)
