ZURICH: In der Geschichte um das Enforcement-Verfahren der Finanzmarktaufsicht Finma beim Versicherer Zurich gibt es neue Details. Waren die Hintergründe bislang unklar, zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag», dass Mitarbeiter von Zurich Schweiz die Missstände über Jahre hinweg zu verbergen versucht haben. Nicht nur die Finma, auch interne Kontrolleure wurden demnach getäuscht. Auch bei der Aufarbeitung des Falls kam es dem Blatt zufolge zu Versäumnissen. Konzernchef Mario Greco verteidigt gegenüber der «NZZaS» das Vorgehen: «Die Zurich Schweiz hatte sämtliche Ressourcen, um die Probleme zu beheben. Leider wurden entsprechende Massnahmen nicht konsequent und schnell genug umgesetzt.» Beim Umgang mit dem Regulator herrsche Nulltoleranz, stellt er klar. Vorwürfe, dass die Gruppe eine Mitverantwortung treffe, weist Greco zurück. (NZZaS, S. 31)

MAMMUT: Die Schweizer Outdoormarke Mammut kommt in chinesische Hände. Der Mammut-Chef Heiko Schäfer verspricht sich von den neuen Besitzern einen zusätzlichen Wachstumsschub. «China hat einen Outdoor-Fünfjahresplan, der dazu beitragen soll, die Bevölkerung lange gesund zu halten», sagt Schäfer im Interview der «NZZ am Sonntag». Bereits in den letzten drei Jahren habe sich das China-Geschäft jährlich fast verdoppelt. Die Investmentgesellschaft CPE könne Mammut neue Absatzkanäle erschliessen. Die Firma verfüge über beste Beziehungen zu den grossen Einkaufszentren und den Tech-Unternehmen in China. Für die Schweiz ändere sich nichts, sagt Schäfer. Die Mammut-Produkte würden weiterhin hier entwickelt. Am Bau des neuen Hauptsitzes in Lenzburg halte man fest. «Das ist ein klares Bekenntnis zum Schweizer Standort», sagt Schäfer. (NZZaS, S. 34)

ROLEX: Rolex verstärkt laut einem Bericht des «SonntagsBlick» den Schutz seiner Standorte gegen Drohnen. Für den neuen Produktionsstandort in Bulle habe der Uhrenhersteller eine Flugverbotszone bis Ende 2032 erwirkt, zudem prüfe das Unternehmen auch am Hauptstandort Biel Massnahmen zur Drohnendetektion. Hintergrund seien zunehmende Sicherheitsrisiken und die Gefahr von Wirtschaftsspionage. Wie der Bericht weiter ausführt, investieren auch andere Unternehmen vermehrt in Systeme zur Erkennung von Drohnen, da diese zur Ausspähung von Betriebsgeheimnissen oder IT-Netzwerken eingesetzt werden könnten. (Sobli, S. 28/29)

BAUMEISTER: Die Hitzewelle macht den Schweizerischen Baumeistern zu schaffen. Denn wenn in diesen Tagen ab 15 Uhr Höchsttemperaturen gemessen werden, geht auf vielen Baustellen nichts mehr. Selbst mit Trinkpausen oder Schattenspendern können die Baufirmen nicht mehr für die Gesundheit ihrer Angestellten garantieren. Um diese Arbeitsausfälle zu kompensieren, verlangt der Schweizerische Baumeisterverband nun Geld, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Konkret: Es soll für hitzebedingten Stillstand dieselbe Entschädigung aus der Arbeitslosenversicherung geben wie bei Unwetter oder Kälte. Pro Jahr, so haben es die Baumeister errechnet, würde das etwa 14,6 Millionen Franken ausmachen. Und das sei auch darum verkraftbar, weil die Ausgaben für Schlechtwetterentschädigungen wegen rückläufiger Frost- und Eistage deutlich sänken. (SoZ, S. 30)

KI-AGENTEN: Die Schweiz muss sich nach Ansicht von Experten besser gegen die Risiken der rasanten Entwicklung künstlicher Intelligenz wappnen. Wie der «SonntagsBlick» berichtet, warnt der ETH-Forscher Arthur Laudrain vor Sicherheitslücken in der Digitalisierung von Staat und Wirtschaft, da KI-Systeme zunehmend in der Lage seien, Schwachstellen selbstständig auszunutzen. Auch David Sommer von der Fachgruppe Digitale Gesellschaft sieht bei der Cybersicherheit der Schweiz Handlungsbedarf. Er fordert unter anderem, den Quellcode staatlicher Digitalprojekte wie der E-ID offenzulegen und systematisch auf Sicherheitslücken prüfen zu lassen. Zudem solle sich die Schweiz stärker an europäischen KI-Entwicklungen beteiligen, um die Abhängigkeit von US- und chinesischen Technologiekonzernen zu verringern. (Sobli; S. 30/31)

GETREIDEPREISE: Im Streit um die Richtpreise für Brotgetreide verschärft sich laut dem «SonntagsZeitung» der Konflikt zwischen Landwirten und ihrem Branchenverband. Die Landwirtschaftliche Organisation Seeland (LOS) will bereits bezahlte Verbandsbeiträge vom Schweizerischen Getreideproduzentenverband (SGPV) zurückfordern und wirft diesem vor, bei den Preisverhandlungen gegenüber Mühlen und Grossverteilern zu wenig Widerstand geleistet zu haben. Der SGPV verteidigt den Kompromiss einer Senkung des Richtpreises um 5 Prozent und verweist darauf, dass ohne Einigung möglicherweise gar keine Richtpreise zustande gekommen wären. Hintergrund des Konflikts ist der anhaltende Preisdruck in der Branche, für den Bauern und Müller unter anderem den Preiswettbewerb im Detailhandel sowie zunehmende Importe von Fertigbackwaren verantwortlich machen. (SoZ, S. 29/30)

hr/

(AWP)