US-ZÖLLE: Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat angesichts der jüngsten Entwicklungen im US-Zollstreit zur Geduld gemahnt. «Nicht ausgeschlossen ist, dass die US-Administration weitere Zölle mit einem neuen Erlass einführen könnte», sagte sie zum «Sonntagsblick». Derzeit sei noch einiges unklar, man werde sich ein paar Tage gedulden müssen. Man sei jedoch auf alle Szenarien vorbereitet gewesen und gehe davon aus, dass die Zölle so oder so bestehen blieben. «Ich vermute, wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.» Mit der neuesten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump soll ein temporärer Zusatzzoll von 15 Prozent eingeführt werden. Ob damit auch Schweizer Importgüter betroffen sind, die bislang unter dem Prozentsatz von 15 gelegen hätten, kläre man laut Budliger Artieda derzeit ab. In jedem Fall komme es auf die Warenkategorie an, und es könne sich auch wieder ändern. (SoBli, S. 2-5, siehe auch separate Meldung)
US-ZÖLLE II: Namhafte Schweizer Firmen haben laut «NZZ am Sonntag» nach dem Entscheid des Supreme Court zur Zollpolitik von Donald Trump Rückforderungen angekündigt. «Wir werden versuchen, die Zölle von der US-Regierung zurückzufordern. Ich kann nicht offenlegen, wie viel wir bezahlt haben, aber es sind signifikante Beträge», sagte der CEO der Luxusuhrenmarke Breitling, Georges Kern, zur Zeitung. Auch die Schokoladenfirma Läderach prüfe eine Rückerstattung. «Wenn sich die Möglichkeit ergibt, zu viel gezahlte Beträge zurückzufordern, werden wir das tun», wurde ein Sprecher zitiert. Gemäss Bericht könnten die Aussichten auf eine Rückerstattung für Firmen mit Niederlassung in den USA gut sein. Das betroffene Geschäftsjahr könnte sich im Nachhinein als besser erweisen als bisher kalkuliert. Die Auditoren würden laut Kern die Auswirkungen des Supreme-Court-Entscheids auf die Erfolgsrechnung prüfen. (NZZaS, S. 2)
US-ZÖLLE III: «Fast nichts» ändert sich für die Schweiz nach dem Urteil des Supreme Courts zu den US-Zöllen, stellt Stefan Legge, Dozent an der Universität St. Gallen, fest. Er rät der Schweiz weiterhin zu Besonnenheit und dazu, auf gemeinsame Interessen hinzuweisen. «Trump kann der Schweiz nach wie vor sehr, sehr wehtun, wenn er das möchte», stellte der Experte für Steuerpolitik und internationalen Handel in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» fest. Aus diesem Grund sollte seiner Meinung nach der Bundesrat weiterhin auf eine gute Beziehung hinarbeiten - so schwierig dies auch sei. Das Urteil ist laut Legge erwartbar gewesen. Und dass Trump umgehend auf andere rechtliche Instrumente hinweise und sich nun auf den Trade Act berufe, um Zölle einzuführen, sei auch erwartbar gewesen. (Soz, S. 10, siehe auch separate Meldung)
SONOVA: Kommenden Monat will Sonova unter dem neuen CEO Eric Bernard ein Strategie-Update geben. Bereits heute macht er im Gespräch mit der «Finanz und Wirtschaft» Angaben zur Umsatzentwicklung. Mitte November noch hatte Sonova die Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Demnach peilt das Unternehmen für 2025/26 ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 9 Prozent an. Wie Bernard nun sagte, sei nach dem Umsatzplus von 4,9 Prozent in den ersten sechs Monaten ziemlich klar, «dass wir am unteren Ende der Bandbreite sein werden». Im November noch hatte der Unternehmenschef auf eine Erholung des Hörgerätemarktes ab 2026 gesetzt, also in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres. Im Interview nun sagte er, dass der Markt nach vielen Jahren mit einem Wachstum zwischen 4 und 6 Prozent aktuell um 1 bis 3 Prozent wachse. (FuW, S. 9, siehe auch separate Meldung)
UBS: Die Grossbank hat unlängst eine weitreichende Änderungen ihrer Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) angekündigt. Kundendaten sollen künftig auch an «Dienstleister in ausgewählten Ländern ausserhalb der Schweiz» geliefert werden dürfen. Unter den genannten Ländern findet sich neu auch Indien, wo die UBS ihre Präsenz in der Metropole Hyderabad stark ausbaut. Ob künftig tatsächlich Kundendaten in Indien verarbeitet werden, ist noch nicht entschieden. Man habe die AGB im Rahmen der Integration der Credit Suisse aktualisiert, erklärte der UBS auf Anfrage der «NZZ am Sonntag». Tatsächlich hatte sie bis anhin restriktivere Bedingungen bei der Auslagerung von Kundendaten als andere Banken. Bei vielen Instituten sei dies bereits Standard. Datenschutzexperten beobachten die Entwicklung mit Skepsis. Die Bankkunden trügen zusätzliche Risiken, sagt der Datenschutzexperte Bruno Baeriswyl. Bei einem Datenleck stehe man weitgehend allein da. (NZZaS, S. 35)
SGKB: Ein Angestellter der St. Galler Kantonalbank hat laut einem Strafbefehl der Bundesanwaltschaft über mehrere Monate internes Wissen genutzt, um sich privat zu bereichern. Laut «Sonntagsblick» erzielte der damalige Senior-Händler zwischen Mai und November 2023 einen unrechtmässigen Vermögensvorteil von insgesamt 33'095,45 Franken. In seiner Funktion hatte er Zugriff auf ein internes Managementsystem der Bank. Dadurch wusste er frühzeitig, wann ein von der Bank verwalteter Fonds Wertschriften kaufen oder verkaufen würde. Kurz vor der Ausführung entsprechender Fondsaufträge kaufte er über sein persönliches Konto bei Swissquote Derivate. Nach den erwarteten Kursbewegungen verkaufte er die Derivate wieder und erzielte Gewinne. Dieses Vorgehen wiederholte er mehrfach. Die Bundesanwaltschaft verurteilte den Mann per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe von 57'600 Franken. Auf Anfrage der Zeitung teilte die SGKB mit, dass der betroffene Mitarbeiter nicht mehr für die Bank arbeite. Den unrechtmässig erzielten Betrag von rund 33'000 Franken habe der Verurteilte inzwischen zurückerstattet. (SoBli, S. 28)
WEF: WEF-CEO Børge Brende hat seine Kontakte zu Jeffrey Epstein laut «Schweiz am Wochenende» verharmlost. Brende habe dem Stiftungsrat am 1. Februar 2026 erklärt, er habe Epstein nur bei drei geschäftlichen Nachtessen getroffen und «wenige E-Mails und SMS ausgetauscht», nachdem er zuvor jede Beziehung abgestritten habe. Die Zeitung berichte jedoch unter Berufung auf die Epstein-Files von über 100 Nachrichten, Brende habe Epstein «mein Freund» genannt und ihm geschrieben «vertrau mir». Dieser habe darauf mit «zu 100 Prozent» geantwortet. Er habe zudem erklärt, er vermisse Epsteins Gesellschaft und habe ihm Komplimente gemacht. (SaW, S. 2/3)
CRANS MONTANA: Der Bund prüft laut «NZZ am Sonntag» Solidaritätsbeiträge in der Höhe von 30'000 bis 50'000 Franken pro Fall für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Justizminister Beat Jans habe die Parlamentarier am Freitag im kleinen Kreis über die Details dieser Bundeshilfe informiert und sie zur Unterstützung aufgerufen, während der Bundesrat die Hilfe am Mittwoch in ein dringliches Gesetz schreiben wolle. National- und Ständerat sollten noch im März im Eilverfahren darüber entscheiden, damit die Gelder rasch ausbezahlt werden könnten. Die Beiträge kämen zusätzlich zu den 10'000 Franken Soforthilfe des Kantons Wallis sowie zur geplanten Stiftung, die der Kanton mit zehn Millionen Franken alimentieren wolle. (NZZaS, S. 12)
ALV: Der schrittweise Abbau von Rückständen bei der Auszahlung von Arbeitslosengeldern wird noch mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Ausbezahlt wurden die Gelder bisher vor allem an Arbeitslose, welche die erforderlichen Unterlagen eingereicht hätten, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft am Sonntag auf Anfrage mitteilte. Bislang seien über 600 Millionen Franken mit dem neuen IT-System ausbezahlt worden, sagte die Direktorin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), Helene Budliger Artieda, in einem Interview im «SonntagsBlick». Die Probleme mit dem neuen IT-System der Arbeitslosenkassen seien noch nicht behoben. Aber Tag für Tag werde die Performance besser, so die Staatssekretärin mit Berufung auf Gespräche mit Regierungsräten aus den Kantonen. (SoBli, S. 2-5, siehe auch separate Meldung)
CORONA-HILFEN: Die Schweizer Luxusmodemarke Akris hat «NZZ am Sonntag» unrechtmässig Covid-Unterstützungsgelder in den USA bezogen. Die amerikanische Niederlassung mit damals 64 Angestellten habe im Jahr 2021 1,2 Millionen Dollar erhalten. Das Tochterunternehmen habe nicht deklariert, dass es Teil einer grösseren Firma in der Schweiz sei. «In den USA gab es während der Pandemie À-fonds-perdu-Darlehen für kleinere und mittlere Unternehmen bis 300 Mitarbeiter. Da wir in den USA eine Tochtergesellschaft haben, hat unser Finanzchef vor Ort von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht», sagte Verwaltungsratspräsident Peter Kriemler zur Zeitung. Man habe von der Behörde grünes Licht erhalten und sei davon ausgegangen, dass alles rechtens sei. Als sich später herausgestellt habe, dass kein Anspruch bestanden habe, habe man mit den Behörden kooperiert und die Gelder samt Zinsen zurückgezahlt. Der Betrag habe sich auf 1,823 Millionen Dollar belaufen, wie die «NZZ am Sonntag» weiter schrieb. (NZZaS, S. 38)
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(AWP)
