UBS: Die UBS will Konzernchef Sergio Ermotti einem Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» zufolge über April 2027 hinaus an der Spitze halten und verschiebt die Nachfolgesuche. Grund sei der Streit mit dem Bund über strengere Eigenkapitalregeln, schrieb die Zeitung am Samstag unter Berufung auf informierte Kreise. Eine Klärung könnte sich bis mindestens 2028 hinziehen. Die UBS nennt keinen Abgangstermin; Ermotti bleibe mindestens bis Anfang 2027 Gruppen-CEO, sagte ein Sprecher zu AWP. Angesichts der Credit-Suisse-Integration bis Ende 2026 und weiterer strategischer Arbeiten sei es verfrüht, über einen Rücktritt zu spekulieren. Die neuen Kapitalregeln des Bundes könnten bis zu 26 Milliarden Dollar zusätzliches Eigenkapital erfordern. Die Bank warnte in der Vernehmlassung vor Wettbewerbsnachteilen und prüft laut NZZ je nach Ausgang Szenarien vom Verbleib in der Schweiz bis zu Wegzug oder Übernahme durch ein ausländisches Institut. (NZZ, S. 23, siehe auch separate Meldung)

EDMOND DE ROTHSCHILD: Neue Veröffentlichungen aus US-Ermittlungsakten zum Sexualstraftäter und Financier Jeffrey Epstein bringen die Genfer Privatbank Edmond de Rothschild und Chefin Ariane de Rothschild in Bedrängnis. Ihr Name erscheine tausendfach in Epsteins E-Mails, sie habe zu seinen häufigsten Kontakten gehört, schrieb die «NZZ am Sonntag». Die Bank betont, Epstein sei nur vertraglich im US-Steuerstreit engagiert gewesen. Interne Mails zeigten jedoch weitergehenden Einfluss bis kurz vor seinem Tod 2019. Epstein vermittelte Anwälte für den Vergleich mit US-Behörden und erhielt laut Akten eine Provision in zweistelliger Millionenhöhe. Seit Veröffentlichung der «Epstein Files» steht die Bank laut Zeitung unter Reputationsdruck; Beobachter berichten von Vermögensabflüssen und Abgängen von Kundenberatern, was das Institut bestreitet. Die Finma äusserte sich nicht zum Fall, erklärte aber, sie berücksichtige alle potenziell relevanten Informationen in ihrer Aufsicht. (NZZaS, S.31)

WKB: Die Kreditpolitik der Walliser Kantonalbank stand im Fall der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana laut «SonntagsZeitung» im starken Widerspruch zu üblichen Gastronomiekrediten. Die Bank stellte den Betreibern, dem Ehepaar Moretti, Millionen zur Verfügung, obwohl kaum Sicherheiten bestanden. Die Bar sei jahrelang defizitär gewesen und hätte ohne Expansion wohl Konkurs anmelden müssen, schrieb die Zeitung. Die Walliser Kantonalbank und der Anwalt der Morettis verweigerten eine Stellungnahme. (SoZ, Front/S. 35)

BRACK: Die E-Commerce-Gruppe Brack Alltron plant laut «Inside Paradeplatz» nach der Übernahme des Beauty-Onlinehändlers Perfecthair den Abbau von bis zu 45 Stellen. Betroffen wäre fast die Hälfte der 94 Beschäftigten des grössten Schweizer Onlineshops für professionelle Haar- und Beautyprodukte. Ein Sozialplan entfällt laut Bericht wegen der Unternehmensgrösse. Die Bandbreite liege zwischen zehn und maximal 45 Kündigungen, wobei die Höchstzahl «höchst unwahrscheinlich» sei, sagte ein Sprecher zu AWP. Am Montag soll das vorgeschriebene Konsultationsverfahren starten. Brack Alltron hatte die Übernahme am Donnerstag angekündigt und wegen der wirtschaftlichen Lage von Perfecthair einen «signifikanten Stellenabbau» in Aussicht gestellt. Die vier Coiffeur-Salons sowie Lernende und Salonpersonal sind nicht betroffen. («Inside Paradeplatz», Samstag online, siehe auch separate Meldung)

UBER: Trotz mehrerer Gerichtsurteile zahlt der Fahrdienst Uber gemäss der «NZZ am Sonntag» weiterhin keine AHV-Beiträge für Beschäftigte. Kantonale Behörden hätten Dutzende Verdachtsmeldungen an die zuständige Zürcher Ausgleichskasse geschickt, schrieb die Zeitung. Es gehe um Kuriere und Fahrer, die auf der Strasse kontrolliert wurden und ungenügend versichert waren. Uber habe aber sein Geschäftsmodell angepasst und damit einem Bundesgerichtsurteil von 2022 die Grundlage entzogen. Der AHV-Status müsse erneut rechtlich geklärt werden, sagte eine Sprecherin der Sozialversicherungsanstalt Zürich, neue Verfahren liefen. Uber erklärte, die Kuriere wollten unabhängig bleiben. (NZZaS, Front/S. 14)

WEF: Larry Fink und André Hoffmann sind laut Medienberichten offiziell Präsidenten des Weltwirtschaftsforums (WEF). Ein Sprecher bestätigte dies dem «SonntagsBlick». Die «NZZ am Sonntag» schrieb ebenfalls, der Zusatz «ad interim» sei gestrichen worden. WEF-Gründer Klaus Schwab habe sich daraufhin an die Eidgenössische Stiftungsaufsicht gewandt und ersucht, die Nachfolgevereinbarung mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde zu behandeln, berichtete der «SonntagsBlick». Schwab hatte im April 2025 einen entsprechenden Deal mit Lagarde abgeschlossen und hoffe weiter auf sie als Präsidentin, stosse intern aber auf Widerstand. ( (SoBli, S. 30/31; NZZaS, S. 33)

BREITLING: Die Uhrenmarke Breitling hält trotz schwächerem Wachstum und Branchenflaute an Börsenplänen fest und peilt laut Insidern einen IPO 2028 oder 2029 an. Die Hauptaktionäre Partners Group und CVC stünden hinter einem weiteren Ausbau der Marke, die derzeit rund 300 Boutiquen weltweit zählt, schrieb die «NZZ am Sonntag». Vor dem Börsengang investiert Breitling in Markenbekanntheit, neue Preissegmente und Zusatzgeschäfte. Geplant sind neue Marken wie Gallet im Einstiegssegment und die Wiederbelebung von Universal Genève im Hochpreissektor. Zudem soll die Marke über Gastronomie, Events und Lizenzen verbreitert werden. (NZZaS, S. 35)

FELDSCHLÖSSCHEN: Der Feldschlösschen-Besitzer Carlsberg reagiert auf sinkenden Bierkonsum in Europa und der Schweiz mit einer breiteren Getränkestrategie. Die Schweizer Tochter sei «die ikonischste Brauerei der ganzen Carlsberg-Gruppe», sagte Verwaltungsratspräsident Henrik Poulsen der «NZZ am Sonntag». Man setze neben Bier verstärkt auf Softdrinks sowie alkoholfreie und alkoholarme Varianten. 2025 stammten erstmals nur noch 49 Prozent des Umsatzes aus klassischen Biermarken, während alkoholfreie, alkoholarme und andere Getränke die Mehrheit stellten. Konsumenten gingen wegen Inflation und Unsicherheit weniger aus und kauften weniger Getränke. Langfristig bleibe Bier aber relevant. Die Menschen wollten trotz Krisen weiterhin ausgehen und «Spass haben», sagte Poulsen. (NZZaS, S. 36)

INFOMANIAK: Der neue KI-Chatbot Euria der Schweizer Cloud-Firma Infomaniak gibt zu politisch sensiblen Themen teils Antworten im Sinne der chinesischen Regierung. So bezeichnet er die Verfolgung der Uiguren als Ergebnis «falscher Informationen» und Taiwan als «unveräusserlichen Teil Chinas», schrieb die «NZZ am Sonntag». Infomaniak betreibt Euria zwar in eigenen Rechenzentren und wirbt mit Datenschutz und Swissness, doch der Chatbot basiert auf dem chinesischen Modell Qwen3 von Alibaba. Den Wikipedia-Artikel zum Tiananmen-Massaker kann er nicht zusammenfassen. KI-Experten warnen vor schleichender Einflussnahme Chinas. Das Unternehmen nahm gegenüber der Zeitung nicht Stellung. (NZZaS, S. 10)

ARMEE: Der Bund will nach Informationen der «NZZ am Sonntag» für rund 670 Millionen Franken Systeme zur Bekämpfung von Minidrohnen beschaffen. Das entnahm die Zeitung einem internen Bericht des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zuhanden der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats, wie die Zeitung schrieb. Bis Ende 2027 rechnet das VBS demnach mit Kosten von 70 Millionen Franken, danach sollen die Ausgaben sukzessive steigen. Im Bericht werde etwa der Kauf von Hochenergie-Laser-Waffen erwähnt. Welche Beschaffungen das VBS konkret anvisiert, habe es nicht kommentieren wollen. Sicherheitspolitiker von rechts bis links begrüssten laut der Zeitung die Pläne, kritisierten aber die späte Reaktion auf die Bedrohung aus der Luft. (NZZaS, Front/S. 9)

WERBUNG: Eine Studie sieht eine «starke Korrelation» zwischen Werbung auf Facebook sowie Instagram und Abstimmungsausgängen. Vorlagen mit höherem Anteil an Ja-Werbung seien signifikant häufiger angenommen worden, berichteten die Tamedia-Zeitungen am Samstag unter Berufung auf eine Studie von ETH-Dozent Arthur Capozzi. Er analysierte rund 40'000 Anzeigen von 2021 bis 2025, die insgesamt 560 Millionen Mal eingeblendet wurden. Capozzi betonte, Korrelation sei kein Beweis für direkten Einfluss. Es sei jedoch «sehr wahrscheinlich», dass finanzstarke Akteure über gezielte Werbung Stimmen beeinflussen könnten. Anders als bei Plakaten lasse sich Online-Werbung präzise nach Alter, Geschlecht, Wohnort oder Lebensstil ausspielen. Capozzi warnte vor gesellschaftlicher Spaltung durch zunehmend unterschiedliche Informationswelten. (Tamedia-Zeitungen, Front/S. 3)

TREUHÄNDER: Ein seit 1999 vom FBI gesuchter schweizerisch-französischer Treuhänder ist nach einer Festnahme in Italien im Oktober 2025 wieder frei. Die italienische Justiz musste den heute 59-Jährigen Mitte Januar mangels rechtzeitig eingereichter US-Auslieferungsunterlagen freilassen, berichtet die «NZZ am Sonntag». Laut US-Behörden war der Doppelbürger in den 1990er-Jahren in New York in ein Börsenbetrugsnetzwerk der Tradingfirma Kensington Wells verwickelt, bei dem über 20 Millionen Dollar erbeutet worden sein sollen. Ihm wird Geldwäscherei vorgeworfen. In den USA drohen theoretisch bis zu 125 Jahre Haft. Der Beschuldigte bestreitet jede Beteiligung. Er lebte trotz Haftbefehl über 25 Jahre weitgehend unbehelligt in der Schweiz und in Frankreich. In Italien läuft ein Verfahren zur Rechtmässigkeit einer Auslieferung. Bis dahin will er beide Länder nicht mehr verlassen. (NZZaS, Front/S. 12/13)

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(AWP)