Zwar müsse Russland leider gegenwärtig die eigenen Interessen mit der Waffe verteidigen, hiess es am Dienstag nach dem Treffen in Moskau in einer offiziellen russischen Mitteilung unter Anspielung auf den Ukraine-Krieg. Trotzdem sei Russland bewusst, was derzeit im Nahen Osten passiere. «Wir beobachten mit grossem Schmerz und grosser Sorge die humanitäre Katastrophe, die sich in Palästina entwickelt hat», hiess es.
Putin erklärte seine Unterstützung für einen eigenständigen Palästinenser-Staat und sagte weitere humanitäre Hilfe zu. Ein neuer russischer Vorstoss zur Beendigung des Gazakrieges wurde in der offiziellen russischen Niederschrift des Gesprächs dagegen nicht erwähnt. Abbas erklärte demnach, Russland sei einer der engsten Freunde des palästinensischen Volkes. «Wir glauben an Sie, wir vertrauen Ihnen, und wir spüren Ihre Unterstützung», wurde der 88-Jährige zitiert. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen müsse eingreifen, um das israelische Vorgehen im Gazastreifen zu stoppen. In dem Rat hat Russland ein Vetorecht.
Die Regierung in Moskau unterhält seit längerem Beziehungen zu Israel wie auch zu den Palästinensern. Seit dem Beginn des Gazakrieges hat Putin jedoch zum Unmut der Regierung in Jerusalem das Schicksal der Palästinenser betont. Bei einer Gelegenheit erklärte er, «das Leid ihrer Kinder treibt einem die Tränen in die Augen». Zudem hat die Regierung in Moskau eine Delegation der radikal-islamischen Hamas-Miliz empfangen, gegen die Israel im Gazastreifen kämpft. Die Hamas kontrollierte vor dem Krieg den Küstenstreifen. Abbas hat dagegen faktisch nur im Westjordanland Autorität. Dort ist seine gemässigte Fatah-Bewegung an der Macht, eine traditionelle Rivalin der Hamas.
(Reuters)
