Zum Auftakt verlangte die Verteidigung, dass der zuständige Generalstaatsanwalt Raphaël Bourquin wegen Befangenheit in den Ausstand tritt. Der Entscheid des Gerichts steht noch aus.

Das Verhältnis des Anklägers zu ihrem Mandanten sei katastrophal, kritisierte die Verteidigerin. «Wenn Herr Jaussi etwas verlangte, hiess es immer: Nein.» Zudem seien Medienberichte im Verfahren häufig ungeprüft übernommen worden.

«Intelligenter Manipulator»

Bourquin wies die Vorwürfe zurück. Jaussi sei ein intelligenter Manipulator, die Ermittlungen seien sehr schwierig gewesen. Er habe aber keine persönliche Abneigung gegen Jaussi. «Er ist ein Angeklagter wie jeder andere.»

Der Generalstaatsanwalt kritisierte Jaussis Auftreten in den Medien, nachdem dieser am Wochenende ein Interview gegeben hatte. Der Angeklagte verbreite «seine eigenen Wahrheiten». Gegenüber der Zeitung «Le Temps» hatte Jaussi angekündigt, er wolle im Prozess seine Unschuld beweisen.

Die Verteidigung forderte am Dienstag auch, die Öffentlichkeit von einem Teil der Verhandlung auszuschliessen. Nur so könne sich Jaussi frei äussern, zumal das Verfahren teilweise sehr sensible Elemente wie Businesspläne betreffe. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab.

Millionenloch

Der 49-jährige Jaussi gründete einst die Swiss Space Systems Holding (S3) und galt als «Elon Musk der Schweiz». 2013 versprach er, von Payerne VD aus Satelliten ins All zu schiessen und Schwerelosigkeitsflüge anzubieten. Nun wird ihm vorgeworfen, Gelder in ein «unrealistisches» Projekt investiert zu haben, wodurch ein Finanzloch von 31,6 Millionen Franken entstanden sei.

Im August 2016 wurde der Angeklagte schwer verbrannt in einem Waldgebiet in der Broye aufgefunden. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei um eine Inszenierung, die dazu gedient habe, das Konkursverfahren und das Ende von S3 hinauszuzögern. Jaussi hat diese Darstellung stets bestritten.

Die Verhandlung wird am 11. Mai fortgesetzt. Insgesamt sind noch sechs Verhandlungstage bis zum 29. Juni angesetzt.

(AWP)