Diesen Trend bestätigte der Schweizer Alpen Club (SAC) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Hitzeperioden wie die aktuelle wecken den Wunsch nach Abkühlung in höheren und darum weniger heissen Regionen. Entsprechend sind mehr Leute in den Bergen unterwegs und besuchen auch unsere Hütten», schrieb der SAC am Donnerstag.

Die nationale Tourismusmarketingorganisation Schweiz Tourismus fragte bei Schweizer Feriendestinationen in allen Sprachregionen nach, wie sich das Wetter auf Gäste und Buchungen auswirkt. Kurzfristige und spontane Buchungen in die Berge oder an Seen nehmen vor allem bei einheimischen Gästen zu. Das berichten etwa Gstaad BE oder Davos-Klosters und Engadin Tourismus im Kanton Graubünden. Der Trend beziehe sich nicht nur auf die Alpen. Auch der Jurabogen mit Seen, Wäldern und Schluchten spüre ein steigendes Interesse.

Im Engadin habe die Sommersaison aufgrund der Wetterlage früher begonnen als üblich, hiess es weiter. Statt einzelner Buchungsspitzen sei die Auslastung über Juni, Juli und August konstant hoch. Das Engadin habe zudem gemeldet, dass Gäste wegen der Hitze spontan ihren Aufenthalt verlängern. Der grosse Teil der Gäste im Engadin kommt aus der Schweiz und Deutschland. Gefolgt von den USA.

Bei Gästen aus dem Ausland sehe es in Bezug auf die spontanen Buchungen in den meisten Fällen aber anders aus. Da diese jeweils früher buchen, seien dort Veränderungen im Reiseverhalten weniger deutlich, hiess es auf Anfrage. Wegen des Krieges im Iran würden generell weniger Gäste aus Golfstaaten oder Asien in die Schweiz reisen. Gemäss einer Schätzung zeigt sich ein Anstieg bei Gästen aus Frankreich und Italien.

Rückgang bei Museen und Thermalbädern

Nicht alle Regionen und Aktivitäten profitieren gleichermassen von der Hitzewelle. Laut der Umfrage werden vereinzelte Rückgänge verzeichnet. Bei Aargau Tourismus beispielsweise ist die Nachfrage nach Thermalbädern «spürbar gedämpft». Gruyère Tourisme erwartet einen negativen Effekt auf die Besucherzahlen von Schloss Greyerz, und Fribourg Region nennt Rückgänge bei Museen und kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Angeblich keinen Einfluss hat die Wettersituation auf das Tessin. Der Kanton sei als mediterrane Region bekannt, weshalb Hitze und höhere Temperaturen zum Angebot gehörten. «Dass das Tessin Gäste einbüsst, weil seine Rolle als 'Sonnenstube der Schweiz' an Bedeutung verliert, ist nicht erwiesen», schrieb Schweiz Tourismus auf Anfrage.

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(AWP)