Der sozialistische Politiker erneuerte zudem seinen Appell für einen parteiübergreifenden Klimapakt. Die Leugnung des vom Menschen verursachten Klimawandels sei «der schlimmste Brennstoff» im Kampf gegen Brände und Klimakrise, warnte Sánchez vor Journalisten.

Die Löscharbeiten entwickeln sich derweil zu einem Rennen gegen die Uhr, denn der Wetterdienst Aemet hat für Mittwoch den Beginn der vierten Hitzewelle des Sommers im beliebten Urlaubsland angekündigt. Diese soll mindestens bis Sonntag anhalten. Temperaturen von bis zu 42 Grad sowie eine sinkende Luftfeuchtigkeit könnten die Arbeiten deutlich erschweren.

Grösster Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens

Die Waldbrände treffen vor allem die Provinz Ávila westlich von Madrid sowie die benachbarten Regionen Madrid und Toledo. Dort verwüsteten die Flammen zusammen bisher knapp 80.000 Hektar Wald- und Buschland. Seit dem Wochenende hat sich die Ausbreitung der Brände allerdings deutlich verlangsamt.

In diesen Gebieten rund um die spanische Hauptstadt waren ursprünglich rund 90.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen. Das Innenministerium in Madrid gab aber nun eine Lockerung der Schutzmassnahmen bekannt. Die Bewohner von 13 Ortschaften dürfen demnach schon am Dienstagabend in ihre Häuser zurückkehren. Zudem seien für vier weitere Ortschaften die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben worden, hiess es. Davon profitieren insgesamt etwa 34.000 Menschen in Madrid und Ávila.

Allein in Ávila wurde nach vorläufigen amtlichen Schätzungen eine Fläche von knapp 50.000 Hektar zerstört. Das entspricht rund 500 Quadratkilometern - fast der Fläche des Bodensees. Dieses Feuer ist damit das grösste der jüngeren Geschichte Spaniens, das heisst seit Beginn der Erfassungen im Jahr 1968.

Auch in Portugal brennt es vielerorts

Auch in der Provinz Castellón im Osten des Landes brennt es weiter. Im Gebiet Vall d'Uixó erfassten die Flammen bisher rund 8.500 Hektar. Dort waren insgesamt rund 16.000 Menschen evakuiert worden, aber rund 6.000 konnten aufgrund der Entspannung der Lage am Montag in ihre Häuser zurückkehren. Im Laufe des Tages würden viele weitere folgen, teilten die Regionalbehörden mit. Insgesamt wüteten in Spanien am Dienstag acht grössere Waldbrände.

Auch in Portugal brennt dieser Tage die Natur vielerorts. Insgesamt waren am Dienstagvormittag im ganzen Land 34 Waldbrände aktiv. Die Feuer sind aber alle bislang deutlich kleiner als im iberischen Nachbarland. Sie wurden insgesamt von gut 1.000 Einsatzkräften bekämpft, wie die Behörden mitteilten./er/DP/he

(AWP)