Nach einem starken Jahresstart und schwachem zweiten Quartal 2025 dürfte es in diesem Jahr nun genau andersherum laufen, kommentierte JPMorgan-Analyst David Perry. Die Ergebnisse des ersten Quartals lägen nur wegen Timing-Effekten unter den Markterwartungen. Zwar seien die Anleger inzwischen weitaus kritischer als in den vorigen Jahren, was die Umsetzung der Ambitionen von Rheinmetall anbelange, ergänzte Perry. Er selbst hält die Erläuterungen des Rüstungskonzerns allerdings für plausibel. Auch Jefferies-Expertin Chloe Lemarie bezeichnete die Kommentare zum ersten Halbjahr als beruhigend.

Der Umsatz von Rheinmetall sei im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro gestiegen, wie der Rüstungskonzern bereits am Montagabend nach Börsenschluss auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Damit sei die Markterwartung von knapp 2,3 Milliarden Euro nicht erreicht worden. Das operative Ergebnis legte um gut 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge stieg um 1,1 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent, was auf dem Niveau der Markterwartung liege.

Im zweiten Quartal werde die Produktion am spanischen Standort Murcia nach einer Explosion in der dortigen Munitionsfabrik vollumfänglich aufgenommen, was die Auslieferungen im Segment Waffe und Munition anschieben dürfte, hiess es weiter. Obendrein erwartet Rheinmetall die Abnahme bereits fertiggestellter Lkw durch die Bundeswehr im zweiten Jahresviertel. Barclays-Analyst Afonso Osorio verwies ausserdem auf hohe Vergleichswerte aus dem ersten Quartal im Vorjahr, die nun ihre Spuren bei Rheinmetall hinterliessen. Er bemängelte auch den negativen freien Barmittelzufluss infolge niedrigerer Anzahlungen von Kunden und höherer Investitionen.

An Aufträgen mangelt es dem Rüstungskonzern allerdings nicht: Die sogenannte Nomination betrug im ersten Quartal 4,9 Milliarden Euro. Diese Kennziffer umfasst neben dem klassischen Auftragseingang unter anderem das Volumen aus neu abgeschlossenen Rahmenverträgen. Der Backlog stieg nicht zuletzt dank der Übernahme des Marineschiffbauers NVL mit dessen Auftragsbestand auf rund 73 Milliarden Euro und liegt damit fast ein Drittel über dem Vorjahreswert. In diesem Orderbestand sind verbindliche Aufträge und Rahmenverträge inkludiert.

Auf dieser Basis bekräftigte Rheinmetall seine Jahresziele. Der Umsatz soll 2026 weiterhin um 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro nach oben klettern. Die operative Ergebnismarge erwartet der Rüstungskonzern bei rund 19 Prozent.

Die vollständigen Quartalszahlen will Rheinmetall weiterhin am 7. Mai vorlegen./niw/he/mne/stk

(AWP)