Aufträge für Rüstungsgüter laufen üblicherweise sehr lang - sie machen sich nur zeitversetzt und schrittweise im Umsatz bemerkbar. Der hohe Auftragsbestand verdeutlicht, dass die Aussichten der Waffenschmiede sehr gut sind. Bei den Umsatz- und Ergebniszahlen ist erstmals die spanische Munitionsfirma Expal inkludiert, deren Übernahme zum 31. Juli abgeschlossen wurde.

«Wir sind auf gutem Kurs, um unsere ehrgeizigen Jahresziele für nachhaltiges profitables Wachstum zu realisieren», sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. «Rheinmetall wird gebraucht, wenn es darum geht, den dramatisch gestiegenen Bedarf vieler Länder an militärischer Ausrüstung zu decken.» Der Konzern hatte Ende September rund 27 900 Vollzeitstellen, knapp die Hälfte davon im Inland. Das grösste Werk ist in Unterlüss in Niedersachsen, wo zum Beispiel Panzer und Artilleriemunition hergestellt werden.

Rheinmetall bestätigte am Donnerstag erneut die Jahresprognose, der zufolge der Konzernumsatz im Gesamtjahr bei 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro liegen soll. Im Vorjahr waren es 6,4 Milliarden Euro gewesen.

Rheinmetall spielt bei der Unterstützung der Ukraine in ihrem Verteidigungskrieg gegen Russland eine wichtige Rolle, die Firma hat bereits umfangreich Munition sowie alte Panzer geliefert, die modernisiert wurden. Bezahlt wird die Firma hierbei von der Bundesregierung. Erst am Dienstag hatte Rheinmetall bekannt gegeben, einen Auftrag über rund 100 000 Schuss Mörsergranaten bekommen zu haben. Die Auslieferung an die Ukraine soll kurzfristig beginnen und in zwei Jahren abgeschlossen sein.

An der Börse kamen die detaillierten Zahlen gut an. Die seit März im Dax notierte Aktie legte um rund eineinhalb Prozent auf 278,40 Euro zu. Damit näherte sich der Kurs wieder dem im April erreichten Rekordhoch in Höhe von 281,30 Euro. Der Börsenwert des Unternehmens hat sich seit dem Start des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Februar 2022 auf rund 12 Milliarden Euro fast verdreifacht./wdw/DP/zb

(AWP)