Der Gruppenumsatz stieg in der Zeit von April bis Juni 2023 gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 5,32 Milliarden Euro, wie der Hersteller von Luxusuhren der Marken wie Piaget oder IWC sowie teurem Schmuck von Cartier und Van Cleef & Arpels am Montag mitteilte. In Lokalwährungen gerechnet betrug das Plus 19 Prozent.

Dabei wuchs das Schmuckgeschäft, das gut zwei Drittel zum Gesamtumsatz beiträgt, erneut am stärksten (organisch +24%). Das Uhrengeschäft steuerte 1,06 Milliarden Euro (+10%) bei.

Starke Erholung in Asien - Stagnation in USA

Einmal mehr erwies sich die grösste Absatzregion Region Asien-Pazifik (+40%) als der Wachstumstreiber. Hier erzielte Richemont gut 42 Prozent der Verkäufe. Eine tiefe Vergleichsbasis im Vorjahr, die Aufhebung der Covid-Beschränkungen und die Wiedereröffnung der Grenzen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong und in Macau führten zu erheblichen Umsatzsteigerungen.

Dabei gab es zweistellige Zuwächse auf dem Festland und gar dreistellige in Hongkong und Macao. Die Umsätze in anderen asiatischen Märkten, vor allem in Australien und Taiwan, seien solide gewesen. Auch die Regionen Naher Osten/Afrika (+15%), Japan (+14%) und Europa (+11%) konnten den Absatz zweistellig steigern.

Einzig in der Region "Amerika" ging der Umsatz organisch um 2,0 Prozent zurück. Hier stagnierten die Umsätze im Gross- und im Detailhandel. Allerdings war die Region im Vorjahr stark gewachsen.

Detailhandel als Umsatztreiber

Als wichtigster Vertriebskanal erwies sich der Absatz über den Detailhandel, der organisch um 24 Prozent zulegte und damit gut zwei Drittel zum Gesamtumsatz beitrug. Über den Grosshandel nahm Richemont gut ein Viertel ein (+11%). Dagegen stagnierte der Online-Absatz mit lediglich 298 Millionen Euro (+2%) nahezu. Der Bereich Yoox-Net-a-Porter (YNAP) verzeichnete einen Umsatzrückgang von 8 Prozent.

Damit profitierte Richemont wie schon der Uhrenkonzern Swatch vor allem von der Erholung im Grossraum China. An der Börse kamen die Zahlen dennoch nicht gut an. Die Aktie büsste am Montag satte 10,4 Prozent ein. Richemont habe hohe Analystenerwartungen nicht erfüllt, hiess es am Markt als Begründung. Allerdings hatte die Aktie davor in diesem Jahr fast 30 Prozent zugelegt.

Einen konkreten Ausblick auf das Geschäftsjahr gab Richemont wie üblich nicht ab. Allerdings versprechen die Wachstumsdaten aus dem Reich der Mitte wenig Gutes, heisst es am Markt.

Die chinesische Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal zwar um 6,3 Prozent. Aber der Anstieg gehe nur auf starke positive Basiseffekte zurück, sagte ein Analyst. Die Wirtschaft Chinas habe ihren zwischenzeitlichen Corona-Öffnungsschub bereits wieder weitgehend eingebüsst.

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