Ein Präsident sei nicht Besitzer des Weissen Hauses, stellte Leon gleich in den ersten Zeilen seines Urteils fest. Er gewährte die von einer führenden amerikanischen Denkmalschutzorganisation beantragte einstweilige Verfügung. Zugleich setzte der Richter die Umsetzung der Entscheidung für 14 Tage aus, um der Trump-Seite Zeit für die Berufung zu geben.
Weisses Haus im Schatten?
Trump hatte den historischen Ostflügel des Weissen Hauses abreissen lassen und will stattdessen einen riesigen Ballsaal errichten lassen. Die Kosten - finanziert durch Spenden - werden inzwischen auf bis zu 400 Millionen Dollar geschätzt. Denkmalschützer warnen, das neue Gebäude könnte das Weisse Haus daneben klein wirken lassen. Die Organisation National Trust for Historic Preservation reichte vor einem US-Bezirksgericht Klage gegen das Projekt ein.
Der Richter entschied, dass der National Trust ausreichend gute Aussichten hat, sich in dem Verfahren in der Sache durchzusetzen, weswegen er eine einstweilige Verfügung gewährte.
Trump sagte in einer Reaktion im Weissen Haus, er brauche keine Zustimmung aus dem Kongress für den Neubau - unter anderem, da er nicht aus dem Staatshaushalt, sondern mit Spenden bezahlt werde. Auch betonte er, dass der Richter eine Ausnahme für Bauarbeiten machte, die für die Sicherheit des Weissen Hauses notwendig seien. Trump verwies darauf, dass das Gebäude ein gegen Drohnen abgesichertes Dach und Fenster aus Panzerglas haben solle - und sich darunter ein Bunker befinden werde. Damit dienten die Bauarbeiten der «Sicherheit des Präsidenten».
Zum Preis sagte Trump, er werde zwischen 300 und 400 Millionen Dollar liegen - je nach Baumaterial. Wenn er etwa «sehr teuren Marmor» nehme, könne er die Kosten Richtung 400 Millionen bringen./so/DP/zb
(AWP)
