Gegen 10.15 Uhr sacken die Papiere des Pharmariesen noch um 5,3 Prozent auf 323,30 Franken ab. Damit weisen sie nun auch seit Jahresbeginn einen Verlust auf. Gleichzeitig verliert der SMI 2,53 Prozent.
In ihren ersten Einschätzungen sparen die Experten denn auch nicht mit Unkenrufen. Kein Wunder: Immerhin hatte Roche grosse Hoffnungen auf die Brustkrebspille Giredestrant als Erstlinien-Therapie bei Frauen mit einer bestimmten Form von Brustkrebs gesetzt. Der Konzern selbst hatte erst kürzlich bekräftigt, das Mittel könnte das potenziell umsatzstärkstes Medikament in seiner Geschichte werden.
Dieser Traum ist mit den Daten aus einer aktuellen zulassungsrelevanten Studie nun ein Stück weit Geschichte. Wie es bei Jefferies heisst, zieht die Studie Giredestrant «den Boden unter dem Multi-Milliarden-Dollar-Traum weg».
Ein Erfolg wäre notwendig gewesen, damit das Medikament die ambitionierten Umsatzprognosen von Roche erreichen kann. Laut Angaben von Roche zeigte das Medikament jedoch keine statistisch signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens im Vergleich zu einer Placebo-Therapie.
Derweil heben zahlreiche Analysten hervor, dass es sich bei der heutigen Studie um die erste von zwei zulassungsrelevanten Studie in der Erstlinienbehandlung handelt. Das zweite Programm soll voraussichtlich 2027 Ergebnisse liefern. Bei Vontobel zeigt sich der zuständige Analyst von den Ergebnissen überrascht, nachdem Giredestrant in anderen Programmen positive Resultate gezeigt hatte.
Derweil haben die Analysten der ZKB oder auch von Octavian ihre Erwartungen für den Spitzenumsatz des Mittels nicht gesenkt. So seien die vorgelegten Ergebnisse «sicher ein Dämpfer innerhalb der Giredestrant-Studie - wir gehen aber nicht davon aus, dass dies das Potenzial von Giredestrant schmälern wird,» heisst es bei der ZKB dazu. Er traue dem Mittel weiterhin Umsätze von bis zu 14 Milliarden Franken zu, so der Experte weiter.
hr/rw
(AWP)

