Auch wenn 2025 vor allem durch die US-Zölle und Preisdiskussionen dominiert war, sind es für den Roche-Chef Thomas Schinecker doch eher die Erfolge des Konzerns, die beim Blick zurück hervorstechen, wie er am Donnerstag am Rande der Jahresmedienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. Gerade im vierten Quartal hatte Roche mit einigen wichtigen Studienerfolgen das Vertrauen des Marktes wieder etwas gestärkt.

Und auch im laufenden Jahr dürfte Roche verschiedene Studiendaten vorlegen, die dann wiederum richtungsweisend für das weitere Wachstum sein werden.

Wie Pharma-Chefin Teresa Graham während der Jahresmedienkonferenz sagte: «Die Medikamente, die wir derzeit auf dem Markt haben, sichern unser Wachstum bis 2028.» Für das Wachstum danach arbeite man mit Hochdruck an Forschungsprojekten.

Im Fokus steht dabei auch der Markt für Abnehmmittel. Hier hatte der Pharmakonzern erst in dieser Woche ermutigende Studienergebnisse präsentiert. Nicht zuletzt dank der starken Wirksamkeit - mehr als 20 Prozent Gewichtsverlust innerhalb von weniger als einem Jahr - aber auch durch Kombinationen und die Integration seines Diagnostik-Geschäftes will Roche sich so ein grosses Stück des Marktes sichern. Diesem Markt wird ein Umsatzpotenzial von mehr als 100 Milliarden US-Dollar zugetraut.

Eigene Ziele erfüllt

Während das noch Zukunftsmusik ist, zeigen die am Donnerstag vorgelegten Zahlen, dass Roche trotz aller politischen Störfeuer im vergangenen Jahr die eigenen Zielvorgaben erfüllt hat.

Die Einnahmen beliefen sich 2025 auf 61,5 Milliarden Franken, ein Plus von 2 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Zuwachs von 7 Prozent, womit das eigene Ziel eines Wachstums im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht wurde.

Während die Pharmasparte mit 47,7 Milliarden 3 Prozent mehr umsetzte, lagen die Einnahmen im Diagnostik-Geschäft bei 13,8 Milliarden und damit um 3 Prozent tiefer. Vor allem die Preisreform in China bremste das Wachstum im vergangenen Jahr aus.

Laut Roche-Chef Schinecker brachen die Umsätze in China im Zuge dieser Reform gar um ein Viertel ein. Im laufenden Jahr werde dieser Effekt dann aber immer weniger zu spüren sein und die Sparte dürfte am Ende ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen. Im kommenden Jahr soll das Diagnostik-Geschäft dann wieder seine alte Wachstumsraten im hohen einstelligen Prozentbereich erzielen.

Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 13,8 Milliarden Franken nach 9,2 Milliarden im Jahr davor übrig. Dies lag laut Roche an der starken operativen Leistung sowie Basiseffekten wegen Wertminderungen im Jahr 2024.

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 wagt sich Roche beim Ausblick wie üblich nicht zu weit aus dem Fenster und stellt ähnliche Wachstumsraten wie 2025 in Aussicht.

Etwas Entspannung dürfte derweil von der US-Politik kommen. CEO Schinecker betonte während der Konferenz, dass Roche einen Vertrag mit der Regierung Trump geschlossen habe. «Allerdings hat 2025 gelehrt, dass man immer mit dem Unerwarteten rechnen sollte.» Aber auch dann hiesse es, einen kühlen Kopf zu behalten.

Nach einem schwachen Start kletterte der Roche-Genussschein steil nach oben und ging mit einem kräftigen Plus von 2,6 Prozent auf 347 Franken aus dem Handel. Damit war er der zweitbeste SMI-Wert.

hr/uh

(AWP)