Für das Gesamtjahr bestätigte der Pharmariese am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen den Ausblick. Für CEO Thomas Schinecker ist es auch ziemlich unwahrscheinlich, sie nicht zu erfüllen. «Wenn man im Halbjahr ist, dann hat man eigentlich einen relativ guten Blick, wie das zweite Halbjahr laufen wird», sagte er am Rande der Medienkonferenz im Gespräch mit AWP. «Ich glaube nicht, dass es da so viele Unsicherheitsfaktoren gibt.»

Rückenwind gebe es dabei auch von den am Morgen vorgelegten Zahlen - wenn man dabei die Währungseffekte ausklammert. So erzielte Roche einen Umsatz in Höhe von 30,4 Milliarden Franken. Während dies in der Berichtswährung Schweizer Franken zwar ein Minus von 2,0 Prozent bedeutet, ergab sich zu konstanten Wechselkursen eine Zunahme von 6,0 Prozent. Damit hat der Konzern die eigene Zielsetzung erfüllt, die konstante Wechselkurse zugrunde legt.

Währungseffekte im Blick

Noch deutlicher fiel das Plus beim operativen Kernergebnis aus, das Analysten als Richtgrösse nutzen. Zu konstanten Wechselkursen zog es um 10 Prozent an, in Franken fiel es dagegen um 1 Prozent.

Aber auch von Währungsseite sendet Schinecker Beruhigungssignale aus: «Auf dem aktuellen Niveau hätten wir im zweiten Halbjahr keine Währungseffekte.» Allerdings wisse man aus der Vergangenheit, dass sich die Lage an den Devisenmärkten mit den geopolitischen Unsicherheiten schnell ändern könne.

Effizienz zahlt sich aus

Dass der Pharmakonzern vor allem beim Gewinn kräftig zugelegt hat, liegt laut Schinecker zwar auch am höheren Umsatz. «Gleichzeitig haben wir aber geschaut, dass wir die Ressourcen, die wir haben, so effektiv wie möglich einsetzen. Und das war sehr erfolgreich.»

Was dem Konzern ebenfalls zuspielt ist die klar gesunkene Belastung durch Nachahmerprodukte. In den Jahren 2022 bis 2025 war die Umsatzerosion durch abgelaufene Patente ein immer wiederkehrender Belastungsfaktor, der nicht nur auf der Geschäftsentwicklung, sondern auch dem Sentiment dem Konzern gegenüber lastete. Nach der Milliarden-Belastung in der Vergangenheit lagen die Einbussen im ersten Semester bei 244 Millionen Franken. Im gesamten Geschäftsjahr dürften sie bei 0,6 Milliarden liegen.

Zum Vergleich: Bei Lokalrivale Novartis, der derzeit eine Patentklippe erfährt, dürfte die Erosion bei etwa vier Milliarden US-Dollar liegen.

Starke F&E-Pipeline

Ablaufende Patente gehören zur Natur der Branche. Umso wichtiger, dass Unternehmen wie Roche eine starke Forschungs- und Entwicklungsabteilung (F&E) haben, die immer wieder neue potenzielle Milliarden-Mittel entdecken. Mit einem Budget von etwa 12,5 Milliarden Franken oder umgerechnet 14 Milliarden US-Dollar war Roche im vergangenen Jahr weltweit die Nummer zwei, wenn es um F&E-Investitionen geht.

An der Börse kaem die Zahlen und die bestätigenden Aussagen des Firmenspitze sehr gut an. Das Pharmaschwergewicht legte mit seinen Partizipationsscheinen bis Handelsschluss um 5,1 Prozent zu und war damit mit Abstand der grösste Gewinner im Leitindex SMI.

hr/tt

(AWP)