Man habe sich nach mehr als zwei Jahren intensivem Austausch mit politischen Gremien entschieden, einen Partner zu suchen, erklärte der Standortleiter Jürg Erismann am Mittwoch im Gespräch mit AWP Finanznachrichten. Dieser soll die Produktion und Lieferung des Antibiotikums Rocephin übernehmen und weiterführen.
Die Entscheidung ist vor allem kommerziellen Überlegungen geschuldet. So sei die Produktion von Rocephin aufgrund steigender Herstellungskosten - insbesondere der Rohstoffkosten bei gleichzeitiger Senkung der Preise sowie der weit verbreiteten Verwendung von Generika - zunehmend unrentabel geworden.
Man habe die zuständigen EU- und Schweizer Behörden - die Gesundheitsnotfallbehörde der Europäischen Kommission (HERA) und das BAG - über die Entscheidung informiert, heisst es aus dem Unternehmen. Seit 2023 habe der Konzern mit der HERA in Kontakt gestanden, um eine Vereinbarung über ein nachhaltiges Modell zu erörtern. Trotz konstruktiver Gespräche mit der HERA und dem BAG konnte aber keine Lösung gefunden werden. Roche plane daher nun, noch in diesem Jahr mit der Veräusserung von Rocephin zu beginnen.
hr/ra
(AWP)

