Im zweiten Quartal stieg die bereinigte operative Marge (Ebita) um vier Prozentpunkte auf 16,4 Prozent. Dabei machte die Rückzahlung von unrechtmässig erhobenen US-Zöllen 4,2 Prozentpunkte aus. Bereinigt darum ging die Marge leicht zurück, übertraf jedoch die Prognosen der Analysten.

Vorstandschef Roy Jakobs verwies auf ein starkes Auftragswachstum in Europa. Allerdings hätten sich Grossaufträge im Bereich Connected Care in das dritte Quartal verschoben, was den gesamten Auftragseingang belastet habe. So sank das Neugeschäft insgesamt auf vergleichbarer Basis - währungs- und portfoliobereinigt - um ein Prozent.

Dies kam am Dienstag bei Anlegern nicht gut an. Die Aktie verlor in Amsterdam im frühen Handel fast acht Prozent. Der Medizintechnikkonzern habe bei Umsatz und operativem Ergebnis die Erwartungen übertroffen, notierte David Adlington von JPMorgan. Die Umsatzprognose sei zudem bestätigt und die Margenprognose aufgrund der Zollerstattung angehoben worden. Allerdings wies der Analyst darauf hin, dass der Auftragseingang leicht zurückgegangen sei und damit hinter den Marktschätzungen zurückgeblieben sein dürfte. Dabei erinnerte Adlington daran, dass Philips in den letzten Quartalen die Erwartungen deutlich übertroffenen hatte und sich der Aktienkurs im Vergleich zur Branche besser entwickelt hat.

Philips bemüht sich derzeit um mehr Effizienz, um Zölle sowie die durch die Konflikte im Nahen Osten gestiegenen Kosten für Fracht, Energie und Kunststoffe auszugleichen. Dabei hat das Unternehmen einzelne Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen.

Die Versorgung mit Helium - einem Gas, das in vielen medizinischen Scannern von Philips und seinen Wettbewerbern verwendet wird - ist zudem durch ein vorübergehendes chinesisches Exportverbot unter Druck geraten. Auch ist das Gas wegen der Sperrung der Strasse von Hormus teurer geworden.

Philips' Umsatz stieg im zweiten Quartal um ein Prozent auf knapp 4,4 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis lag das Plus bei vier Prozent. Dabei belastete weiter das schwierige China-Geschäft: In der Region gingen die Umsätze der grössten Sparte Diagnosis and Treatment, die CT-, Ultraschall- und MRT-Geräte herstellt, zurück.

Unter dem Strich verdiente Philips 386 Millionen Euro nach 240 Millionen Euro im Vorjahr. Siemens Healthineers legt am Freitag Quartalszahlen vor./nas/stw/mis/mne/mis

(AWP)