Der Sprecher des militärischen Nato-Hauptquartiers im belgischen Mons sagte, das Bündnis stehe wegen der Verletzung des polnischen Luftraums in engem Kontakt mit den polnischen Behörden. Auch Oberbefehlshaber Alexus G. Grynkewich sei involviert. Er habe mit dem polnischen Generalstabschef Wies?aw Kuku?a gesprochen.

Nach Angaben von Sprecher Martin O'Donnell hatten sowohl Polen als auch die Nato als Reaktion auf das Eindringen der Rakete Luft- und Bodenverteidigungsfähigkeiten aktiviert. So seien unter anderem zwei polnische Kampfjets vom Typ F-16, ein Nato-Tankflugzeug vom Typ Airbus A330, ein polnisches Saab-340-Frühwarnflugzeug sowie ein polnischer Hubschrauber vom Typ Mi-24 alarmiert und eingesetzt worden.

Riesiger Krater, lauter Knall

Polnische Behörden gehen davon aus, dass es sich bei der russischen Rakete höchstwahrscheinlich um einen Marschflugkörper vom Typ Ch-101 handelte. Sie stürzte rund 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt in Polen auf ein Feld. Verletzt wurde niemand. Das polnische Fernsehen zeigte Bilder von einem riesigen Krater, Anwohner berichteten von einem lauten Knall.

Nach Angaben des Nato-Sprechers war die Rakete eine von vielen, die Russland in der Nacht auf die Ukraine abgefeuert hatte. Er äusserte sich nicht zum Typ.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte den Vorfall in einer Internet-Kurznachricht als eine «inakzeptable Verletzung» des Luftraums der EU. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schrieb auf X, der Einschlag in Polen zeuge von russischer Rücksichtslosigkeit und Eskalationsbereitschaft./aha/DP/zb

(AWP)