Der Rückgang dürfte die Befürchtungen verstärken, dass Russlands vom Krieg dominierte Wirtschaft unter der Last erhöhter Kreditkosten in eine Rezession abgleitet. Der russische Präsident Wladimir Putin suchte im vergangenen Monat nach Erklärungen für die nachlassende Konjunktur und verlangte eine Reaktion von der Verwaltung. Die Wirtschaft leidet unter einer hohen Inflation und einem Leitzins der derzeit bei 14,50 Prozent liegt. Dieser erschwert die Unternehmensfinanzierung. Allerdings hatte die Notenbank ihn zuletzt um 0,50 Prozentpunkte reduziert. Die Kriegswirtschaft verschärft die Inflation und den Arbeitskräftemangel.

Der stellvertretende Ministerpräsident Alexander Novak sagte diese Woche, Russland stehe vor «vielen wirtschaftlichen Herausforderungen». Das Wirtschaftsministerium senkte diese Woche seine Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 Prozent auf nur noch 0,4 Prozent. Russlands Haushaltsdefizit stieg im April auf einen Rekordwert. Dabei profitiert die Wirtschaft derzeit von einem sprunghaften Anstieg der Rohöleinnahmen. Der Iran-Krieg und die Sperrung der Strasse von Hormus stützen die Ölpreise. Allerdings greift die Ukraine regelmässig die russische Ölinfrastruktur an./jsl/nas

(AWP)