Russland spricht von ukrainischem Angriff

Der Gastanker «Arctic Metegaz» war vor zwei Wochen vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kiew hat den Vorfall offiziell nicht kommentiert. Die 30 Mann starke Besatzung ist gerettet worden. Die libysche Küstenwache hatte zunächst angegeben, das Schiff sei untergegangen. Dann tauchten aber Fotos auf, die die «Arctic Metagaz» mit erheblicher Schlagseite zeigen. Das Schiff driftet demnach in Richtung Malta.

Die Schlagseite habe sich verstärkt, auch seien Explosionen zu hören und vereinzelt Feuer zu sehen. Dabei seien erhebliche Mengen an Treibstoff in dem Schiff verblieben, teilte Moskau nun mit. Russland nehme seine Verantwortung als Flaggennation redlich wahr und behalte die Lage unter Kontrolle, indem die Regierung den Kontakt zum Schiffseigner als auch zu den verantwortlichen Behörden der Anrainerstaaten halte, betonte Sacharowa. Moskau behalte sich weitere rechtliche Schritte vor, sobald die juristische Einschätzung des Vorfalls durch die eigenen Sicherheitsbehörden abgeschlossen sei.

Malteser Behörden warnen andere Schiffe

Die maltesischen Schifffahrtsbehörden warnen bereits seit Tagen, der Gastanker könne zur Gefahr für andere Schiffe werden. Nach Informationen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa befinden sich Einheiten der italienischen Marine - ein Schlepper und falls erforderlich ein Spezialschiff zur Bekämpfung von Umweltverschmutzungen - in der Nähe des Tankers. Zu den Überlegungen gehört, die «Arctic Metagaz» weiter hinaus auf die offene See zu schleppen. In Rom berief Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine Krisensitzung ein./bal/DP/stw

(AWP)