Grund der Verzögerungen sind Mängel am hinteren Druckschott vieler 737-Max-Jets. Das Bauteil dient der Aufrechterhaltung des Luftdrucks in der Flugzeugkabine. Boeings Zulieferer Spirit Aerosystems hatte unsachgemäss hunderte Löcher in zahlreiche dieser Bauteile gebohrt. Jetzt müssen alle in Frage kommenden Flugzeuge in der Produktion überprüft werden. Boeing hat seine Auslieferungspläne für das laufende Jahr deshalb gekappt. Auch Ryanair bekommt dadurch zunächst weniger Flugzeuge. Europas grösste Billigfluggesellschaft kündigte daher Ende September an, eine Reihe von Flügen im Winterflugplan zu streichen.
Da ging O'Leary noch davon aus, bis Ende Dezember 14 statt der zuvor erwarteten 27 neue Maschinen zu erhalten. Es könnten aber auch nur 10 Jets werden, sagte er im Gespräch. Nach eigener Aussage denkt er «täglich» über einen Wechsel von Boeing zum grössten Flugzeugbauer Airbus nach. Allerdings könne dieser vor dem Jahr 2030 nicht liefern. Das Konkurrenzmodell der Boeing 737 Max, der Airbus A320neo, ist so stark gefragt, dass die Airbus-Produktion über Jahre hinweg ausgebucht ist. Erst am Donnerstag gab der britische Billigflieger Easyjet den geplanten Kauf von 157 Jets aus der Modellfamilie A320neo bekannt und sicherte sich zudem Kaufoptionen für 100 weitere Exemplare./stw/ngu/he
(AWP)