Für Schweizer Unternehmen seien die neu verhängten Zölle aus Washington eher eine Erleichterung als Anlass zur Sorge, sagte Sahgal am Freitagmittag im Westschweizer Radio RTS. Im Allgemeinen seien die 12,5 Prozent besser als die Zölle, die bis Donnerstagabend gegolten hatten, erklärte er in der Sendung.

Dass die auf Schweizer Exportprodukte geltenden Zölle höher liegen als diejenigen, die für die EU gelten, konnte Sahgal allerdings nicht wegreden: «Das ist klar, das sind 2,5 Prozentpunkte mehr,» räumte der Direktor ein.

Er führte den Unterschied auf eine spezifische Gesetzgebung gegen Zwangsarbeit zurück, die in der EU gelte, in der Schweiz aber fehle. Ein Gesetz, das sich viele Schweizer Unternehmen wegen drohender Zusatzkosten nicht wünschen, wie Sahgal betonte.

Anders wirkt auch

Den Vorwurf, die Schweiz gehe nicht konsequent genug gegen Zwangsarbeit vor, will der Direktor nicht stehen lassen. «Ich denke, die Schweiz tut genug. Aber wir haben einen anderen Ansatz», sagte Sahgal.

Ihm zufolge ist die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor nicht weniger wirksam als Massnahmen, wie sie in den USA oder der EU eingeführt worden waren. Auf die Strategie des Bundesrates angesprochen, rief Sahgal dazu auf, den Kurs beizubehalten.

Der Direktor schätzte, dass die Ergebnisse der zweiten Untersuchung der USA weiter Klarheit bringen werden.

(AWP)