Die Arbeitslosenquote sank im Juni 2026 um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte. Somit liegt sie erstmals seit November wieder unter der 3-Prozentschwelle. Ins Jahr 2026 war die Schweiz noch mit einer Quote von 3,2 Prozent gestartet.

Der jüngste Rückgang ist primär saisonalen Faktoren zu verdanken, wie etwa der in wärmeren Monaten erhöhten Aktivität auf Baustellen. Saisonbereinigt verharrte die Quote bei 3,1 Prozent. Sie bewege sich um 0,3 Prozentpunkte über jenem Niveau, das in einer «normal ausgelasteten» Wirtschaft als «konjunkturneutral» gelte, sagte Martin Godel, Leiter des Bereichs Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung beim Seco, an einer Telefonkonferenz.

Dem angespannten Umfeld hatten Mitte Juni auch die Ökonomen des Seco in ihrer Einschätzung zur Schweizer Wirtschaft Rechnung getragen. Sie gehen davon aus, dass die für einen längeren Zeitraum erhöhten Energiepreise die weltweite und hiesige Konjunkturentwicklung dämpfen werden. Vor diesem Hintergrund hoben sie ihre Schätzungen zur durchschnittlichen Arbeitslosenquote für 2026 leicht auf 3,1 Prozent und für 2027 auf 3,0 Prozent an.

Mehr meldepflichtige Berufsarten

Anzeichen auf eine mögliche Eintrübung am Schweizer Arbeitsmarkt liefern auch Daten zur Stellenmeldepflicht. Die Reichweite der Stellenmeldepflicht sowie die Zahl der davon betroffenen Berufsarten seien zuletzt angewachsen, sagte Godel. Das sei Ausdruck der in den letzten Jahren gestiegenen Arbeitslosigkeit.

Die Stellenmeldepflicht gilt für Berufsarten, für die eine Arbeitslosenquote von 5 Prozent und mehr gemessen wurde. In diesen Berufen sind die Betriebe dazu verpflichtet, offene Stellen zunächst den RAV zu melden. Die Stellen werden in einem geschützten Bereich ausgeschrieben, auf die während fünf Tagen ausschliesslich beim RAV registrierte Personen Zugriff haben.

Die Liste dazu wird jährlich aufdatiert und dürfte weiteren Zuwachs erhalten. Anfang 2026 wurden Berufsgattungen wie Köchinnen und Köche, Reinigungspersonal, Hilfskräfte in Büros oder in Hotels darin aufgenommen. Und beim nächsten Update dürften etwa Führungsaufgaben in den Bereichen Marketing und Vertrieb hinzukommen, wie es hiess. Weitaus am stärksten von der Stellenmeldepflicht betroffen bleiben aber die Industrie und der Bau.

Entspannung in der Kurzarbeit

Positive Tendenzen sind derweil in der Kurzarbeit auszumachen, auf die Firmen vor allem aus wirtschaftlichen Gründen zurückgreifen können, um einen Jobabbau zu vermeiden. Definitive Daten dazu, wieviel Kurzarbeitsentschädigung abgerechnet wurde, liefert das Seco mit dreimonatiger Verzögerung. Demnach waren im März 9961 Personen und 707 Betriebsabteilungen von Kurzarbeit betroffen. Verglichen mit Februar waren das 2105 Personen beziehungsweise 56 Abteilungen weniger.

Die Zahlen zur Kurzarbeit, unter anderem auch jene zu den Voranmeldungen, bewegen sich laut Godel im Mehrjahresvergleich nach wie vor auf einem erhöhten Niveau. Es gebe aber Anzeichen einer gewissen Entspannung. Seit Jahresbeginn seien rückläufige Entwicklungen auszumachen und es gebe noch kaum Hinweise darauf, dass Firmen vermehrt Mitarbeitende entlassen, anstatt auf das Angebot der Kurzarbeit zurückzugreifen, hiess es.

mk/cg

(AWP)