Die Februar-Inflation ist damit am oberen Ende der Erwartungen ausgefallen. Von der Nachrichteagentur AWP befragte Experten hatten im Vorfeld mit einem Wert zwischen -0,1 und +0,1 Prozent gerechnet.
Weiter klar höher liegt die Inflation bei den Inlandgütern. Hier zogen die Konsumentenpreise im Berichtsmonat im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent an. Gleichzeitig blieb die Jahresteuerung bei den Importgütern mit -1,6 Prozent deutlich im Minus. Die Kerninflation - ohne frische und saisonale Produkte, Energie und Treibstoffe - stieg im Februar gegenüber dem 2025er Wert um 0,4 Prozent (Januar +0,5 Prozent).
Wie der EFG-Ökonom GianLuigi Mandruzzato hervorhebt, blieb die Inflation im Februar zwar niedrig, aber positiv. «Damit entsprach sie auch den jüngsten Prognosen der SNB für das erste Quartal 2026.» Die Teuerung sei erneut durch die Importpreise gedämpft worden, was auf den starken Schweizer Franken und die bis Februar niedrigeren Energiepreise zurückzuführen sei.
BFS mit neuem Warenkorb seit Januar
Erst zu Jahresbeginn hatte das BFS den Landesindex der Konsumentenpreise mit einem neu zusammengesetzten Warenkorb publiziert. Ziel ist es, den Index an aktuelle Konsumgewohnheiten und Marktveränderungen anzupassen.
Im Vergleich zum Vormonat stieg der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) im Berichtsmonat um 0,6 Prozent auf 100,6 Punkte. Damit fiel die Teuerungsrate im Monatsvergleich höher aus, also die von AWP befragten Ökonomen erwartet hatten. Sie hatten eine Spanne zwischen 0,3 und 0,5 Prozent prognostiziert.
Dieser Anstieg ist laut BFS auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Genannt werden etwa höher Preise für Wohnungsmieten und im Luftverkehr. Aber auch rund um das Thema Tourismus zogen die Preise in der Hotellerie, der Parahotellerie sowie bei Pauschalreisen ins Ausland an. Billiger wurden Beeren sowie Frucht- und Gemüsesäfte.
Geänderte Ausgangslage mit Iran-Krieg
Mit dem Beginn des amerikanisch-israelischen Bombardements gegen das Mullahregime im Iran dürften der Franken und die Energiepreise in den kommenden Wochen wichtige Einflussfaktoren für die Schweizer Teuerungsrate sein. Wie der Ökonom Mandruzzato betont, habe die Schweizerische Nationalbank ihre Besorgnis über einen ungeordneten Anstieg des Frankens zum Ausdruck gebracht und werde bei Bedarf weiterhin aktiv an den Devisenmärkten intervenieren.
Bei Oddo BHF schaut der Anlagestratege Arthur Jurus auch auf die aktuellen Geschehnisse im Nahen Osten. Seiner Meinung nach könnten sie die Schweizer Deflation (ohne Mieten) verringern. «Ein Anstieg des Brent-Ölpreises um 10 Prozent könnte die Inflation um etwa 0,1 Prozentpunkte erhöhen. Ein Anstieg um 30 Prozent könnte somit bis zu 0,4 Prozentpunkte zusätzliche Inflation bedeuten», rechnet er vor. Dauerhaft höhere Öl- und Gaspreise wirken sich direkt auf die Energiepreise für Schweizer Konsumenten aus und indirekt insbesondere über höhere Transportkosten.
Und weiter meint Jurus, dass eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken den Anstieg der Ölpreise nicht vollständig kompensieren könnte. "Historisch ist die Wechselkursübertragung auf die Schweizer Inflation nur teilweise (etwa 30 Prozent) und entfaltet sich über 9 bis 12 Monate. So reduziert dem Experten zufolge eine Aufwertung des Frankens um 10 Prozent die Inflation im Durchschnitt um fast einen Prozentpunkt innerhalb eines Jahres.
Es sei vor diesem Hintergrund also gut möglich, dass die SNB ihre Inflationsprognose für 2026 von derzeit 0,2 Prozent nach oben revidieren müsse. Dies bedeute aber nicht zwingend, dass sie auch den Leitzins erhöhe.
hr/rw
(AWP)
