Insgesamt ist der Start aber etwas weniger gut gelungen als zunächst gedacht. Das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) legte in der Periode von Januar bis März 2026 auf bereinigter Basis gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent zu, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Montag mitteilte.
Das Seco hatte vor zwei Wochen in einer ersten Schnellschätzung ein Plus von 0,5 Prozent gemessen.
Industrie von tiefem Niveau aus erholt
Massgeblich getragen wurde das Wachstum zu Jahresbeginn laut dem Seco von der Industrie. Deren Wertschöpfung sei mit plus 1,3 Prozent kräftig gewachsen - nach mehreren vor allem auch zollbedingt schwachen Quartalen.
Nun legten in mehreren Industriebereichen Umsätze und Exporte zu, wie die Ökonomen des Bundes erklärten. Das verarbeitende Gewerbe legte um 1,5 Prozent zu, das übrige verarbeitende Gewerbe gar um 4,6 Prozent.
Schwer wog allerdings das Minus von 3,4 Prozent bei der chemisch-pharmazeutischen Industrie, deren Ausfuhren deutlich sanken. In der Summe gaben die Warenexporte um 2,2 Prozent nach.
Privater Konsum stagniert
Im Dienstleistungssektor (+0,2 Prozent) blieb die Dynamik jedoch verhalten. Laut dem Seco entwickelten sich die einzelnen Branchen unterschiedlich. Insbesondere der Handel und dort insbesondere der Detailhandel schrumpften.
Diese Entwicklung stehe im Einklang mit den stagnierenden privaten Konsumausgaben. Der private Konsum steht für jeweils rund die Hälfte des BIP und gilt in der Regel als wichtige Stütze der Schweizer Konjunktur.
In der Folge entwickelte sich die inländische Endnachfrage mit plus 0,1 Prozent schwach, obschon der Staatskonsum um 0,9 Prozent zunahm. Im Einklang mit der schwachen Entwicklung der Binnennachfrage sanken auch die Schweizer Importe um 2,4 Prozent.
Gleichzeitig gingen die Investitionen zurück. Die Ausrüstungs- wie die Bauinvestitionen schrumpften um jeweils 0,2 Prozent.
Sportanlässe ziehen BIP nach oben
Um die tatsächliche konjunkturelle Entwicklung besser abzubilden, weist das Seco neben den sportevent-bereinigten auch nicht bereinigte Zahlen aus. In dieser Betrachtung ist die Schweizer Wirtschaft stärker gewachsen als im Vorjahr, und zwar um 0,7 Prozent, nach 0,2 Prozent im ersten Quartal 2025.
Denn Anlässe wie Olympische Spiele und Fussball-Grossanlässe blähen das Schweizer BIP wegen der Lizenzeinnahmen, die den hierzulande ansässigen Sportverbänden zufliessen, in gewissen Jahren auf. Und mit der soeben beendeten Eishockey-WM und der bevorstehenden Fussball-WM ist 2026 wieder ein solches «Sportevent-Jahr».
ra/to
(AWP)
