Das Bauwerk solle den Strahlenaustritt und die Kontamination verhindern, seine Erhaltung liege im Interesse aller, sagte Selenskyj. Die Kosten für die Reparatur der Stahlkonstruktion werden mit einer halben Milliarde Euro veranschlagt.

«Die Welt darf nicht zulassen, dass dieser nukleare Terrorismus weitergeht, und der beste Weg ist, Russland zu zwingen, seine wahnsinnigen Angriffe einzustellen», sagte Selenskyj. Er fordert seit langem auch ein Ende der russischen Besetzung des Atomkraftwerks Saporischschja, das Moskaus Atomkonzern Rosatom nach Beginn des Krieges unter seine Kontrolle brachte.

Selenskyj erinnerte mit einem Video an die grösste Nuklearkatastrophe in der Geschichte der zivilen Nutzung der Atomkraft vor 40 Jahren in der damals zur Sowjetunion gehörenden Ukraine. «Ehre sei allen Opfern der Katastrophe von Tschernobyl», sagte er.

Rosatom betont Sicherheit russischer Reaktoren

Die sowjetische Zentralregierung in Moskau stand damals in der Kritik, das wahre Ausmass der Katastrophe lange verheimlicht und Hunderttausende Menschen in Gefahr gebracht zu haben. In Moskau beteuerte Rosatom-Chef Alexej Lichatschow zum Jahrestag, dass die Kernkraftwerke russischer Bauart heute sicher seien. «Der Unfall zwang uns zu einer grundlegenden Überarbeitung unserer Sicherheitskonzepte», sagte er. «Heute ist bei den russischen Kernreaktoren ein »Tschernobyl-Szenario« ausgeschlossen.»

Bei der Eröffnung einer Ausstellung zum Jahrestag erinnerte Lichatschow an die «heldenhafte Arbeit» der sogenannten Liquidatoren, die damals die Folgen Katastrophe beseitigten. «An den Aufräumarbeiten waren mehr als 600.000 Menschen beteiligt - Nukleartechniker, Soldaten, Feuerwehrleute, Bergleute, Bauarbeiter und Ärzte», sagte er. Sie hätten damals auch den Betonsarkophag errichtet, der den Austritt von Radioaktivität begrenzte, sagte Lichatschow bei einer Veranstaltung, bei der laut einer Mitteilung von Rosatom auch Auszeichnungen an Liquidatoren verliehen wurden.

(AWP)