«Wir werden darüber sprechen, wie unser gemeinsamer Druck und unsere gemeinsame diplomatische Arbeit die Lage real beeinflussen können», sagte Selenskyj, ohne Details zu nennen. Angaben zum Format der Beratung machte er nicht. Weil er in der Ukraine ist, dürfte eine Videoschalte gemeint sein.
Friedensbemühungen liegen auf Eis
Die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als vier Jahren dauernden russischen Angriffskrieges lagen in den vergangenen Wochen auf Eis. Die USA, die sich nicht als Verbündete der Ukraine, sondern als Vermittler sehen, waren durch den Iran-Krieg abgelenkt.
Die europäischen Verbündeten Kiews waren bislang eher am Rande beteiligt. Sie diskutieren aber, mit welchen Forderungen und welchen Unterhändlern man wieder mit Russland über ein Kriegsende reden sollte. Moskau gibt sich gesprächsbereit, rückt aber nicht von seinen maximalen Kriegszielen ab.
Sorgen an der Grenze zu Belarus
Selenskyj befand sich in Slawutytsch fast an der Grenze zu Belarus. Er beriet nach eigenen Angaben mit den Führungen der Gebiete Kiew und Tschernihiw, wie die Grenzregion besser gegen mögliche Angriffe aus dem Nachbarland geschützt werden kann. Russland wolle seinen Verbündeten Belarus stärker in den Krieg hineinziehen, warnte er. Schon 2022 sei Belarus Ausgangspunkt von Angriffen gewesen.
Belarus werde sich an diesem Krieg nur beteiligen, wenn es selbst angegriffen werde, sagte dagegen Machthaber Alexander Lukaschenko in Minsk nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. Er erklärte sich bereit zu einem Treffen mit Selenskyj «an einem beliebigen Ort, in Belarus, in der Ukraine», um über die Beziehungen zu sprechen. Das Präsidialamt in Kiew erwiderte, dass es mit Lukaschenko nichts zu besprechen gebe./fko/DP/he
(AWP)
