Zuvor hatte das russische Verteidigungsministerium bereits eine Waffenruhe angekündigt - aber für den 8. und den 9. Mai. Für den Fall ukrainischer Angriffe während der Feierlichkeiten drohte das Ministerium mit einem Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew. Selenskyj hatte mehrfach gesagt, dass Kiew keine offiziellen Anfragen zu einer möglichen Einstellung der Kämpfe erhalten habe.

Vorschlag zu Waffenruhe vom April

Ende April hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat über eine mögliche Waffenruhe für den russischen Feiertag gesprochen. Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte danach, dass der russische Präsident eine solche Feuerpause erwäge.

Selenskyj forderte zunächst von den USA Informationen, zum genauen Inhalt des Gesprächs. Vertreter Kiews sprachen sich mehrfach für einen dauerhaften Waffenstillstand und eine durch Sicherheitsgarantien gewährleistete Friedenslösung aus.

Nicht die erste verkündete Waffenruhe

Mehrfach wurden während des Krieges über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt verzichteten die Kriegsparteien zum orthodoxen Osterfest Mitte April für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe auf Ziele im Hinterland des Gegners. Entlang der Frontlinie kam es jedoch weiter zu Kampfhandlungen. Beide Seiten warfen sich tausende Verstösse vor.

2025 ordnete Putin zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa ebenfalls eine Waffenruhe an - damals über drei Tage. Zu der grossen Militärparade reisten viele ausländische Gäste nach Moskau. Unter ihnen war auch der chinesische Präsident Xi Jinping.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion./ast/DP/he

(AWP)