Rose hatte ihren Posten wegen eines Bruchs von Vertraulichkeit verloren, weil sie mit einem BBC-Reporter über die Gründe für die Schliessung des Kontos von Farage gesprochen hatte. Sie hatte zudem dabei den Eindruck erweckt, die Schliessung sei rein aus finanziellen Gründen erfolgt, weil Farage angeblich nicht mehr genügend Einlagen bei der Luxusbank hatte.
Wie Farage aus internen Bank-Dokumenten, deren Herausgabe er erzwungen hatte, in der vergangenen Woche nachweisen konnte, waren die Gründe für die Kontoschliessung aber nicht allein finanziell. Daraus ging hervor, dass sich das Geldhaus Sorgen machte um seine Reputation mit dem Rechtspopulisten Farage als Kunden.
Farage beklagte sich über politische Diskriminierung und machte geltend, er habe Schwierigkeiten, überhaupt ein Konto zu bekommen. Er erhielt Rückendeckung von der Regierung. Selbst Premierminister Rishi Sunak äusserte sich in der Angelegenheit und kündigte an, die Regeln für Kontoschliessungen zu verschärfen. Bei den Rücktritten der vergangenen Tage dürfte nach Ansicht britischer Kommentatoren auch Druck aus der Downing Street eine Rolle gespielt haben. Die Regierung ist seit der Finanzkrise von 2008 grösster Anteilseigener der NatWest-Gruppe und Sunak steht politisch von rechts unter Druck./kil/DP/he