Ob Negativzinsen mit der weiteren Aufwertung des Franken wahrscheinlicher geworden seien, wollte er nicht sagen. Die SNB äussere sich nicht zu Wahrscheinlichkeiten, so der Nationalbank-Chef.
Er räumte aber ein, dass die Aufwertung des Franken für die Exportindustrie «schwierig» sei. «Das ist eine grosse Herausforderung für viele Firmen.» Viele Unternehmen könnten allerdings damit umgehen.
Trotzdem wollte Schlegel Negativzinsen weiterhin nicht ausschliessen: «Wir sind bereit, in den negativen Bereich zu gehen. Aber die Hürde ist grösser, die Zinsen in den negativen Bereich zu senken.»
Powell-Brief mit Bundeshaus abgesprochen
Die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Chef der US-Notenbank hat Schlegel zur Kenntnis genommen. Inhaltlich wollte er sich nicht zu dieser Personalie äussern. «Wir haben traditionell ein gutes Verhältnis zum Fed und werden auch in Zukunft gut zusammenarbeiten», gab er sich überzeugt.
Vorgänger Jerome Powell schätze er sehr, betonte Schlegel weiter. Das sei auch ein Grund gewesen, warum er den offenen Brief führender Notenbanker zu dessen Unterstützung unterzeichnet habe.
Er habe diesen Brief zwar «persönlich» unterschrieben. Seine Kollegen im SNB-Direktorium seien jedoch informiert gewesen. Und auch der Bundesrat war angesichts der Zoll-Streitigkeiten offenbar im Bilde. «Wir haben das gut mit dem Bund abgesprochen», so Schlegel.
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(AWP)

