Mit seinem Börsengang hat SpaceX Geschichte geschrieben: Das Unternehmen nahm 75 Milliarden Dollar ein und erzielte damit das grösste IPO aller Zeiten. Die 555,6 Millionen Aktien wurden zu je 135 Dollar platziert, wie SpaceX mitgeteilt hat. Zum Vergleich: Der Börsengang von Saudi Aramco im Jahr 2019 brachte 29,4 Milliarden Dollar ein.

Vom Online-Broker IG International angebotene Derivate deuteten am Freitagmorgen in Singapur auf einen Marktwert von 2,4 Billionen Dollar hin. Das entspräche einem Anstieg von mehr als 35 Prozent gegenüber einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie und einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar beim Börsengang.

Auch die an SpaceX geknüpften Perpetual Futures auf der Kryptoplattform Hyperliquid signalisierten Optimismus. Die unbefristeten Kontrakte wurden bei rund 174 Dollar gehandelt, was einer Bewertung von mehr als 2,2 Billionen Dollar entspricht. In den vergangenen 24 Stunden wurden Kontrakte im Wert von mehr als 143 Millionen Dollar gehandelt. Das offene Interesse liegt derzeit bei über 208 Millionen Dollar.

Zusätzliche Bullen-Signale kommen von Prognosemärkten. Händler auf Polymarket sehen die Wahrscheinlichkeit bei 70 Prozent, dass SpaceX den ersten Handelstag mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 2 Billionen Dollar beendet.

Populärster vorbörslicher Handel

Die Preisentwicklung unterstreicht die starke Nachfrage der Investoren nach Vermögenswerten an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Weltrauminfrastruktur. Ein Börsendebüt von SpaceX mit deutlichen Kursgewinnen am ersten Handelstag könnte auch den geplanten Börsengängen von OpenAI und Anthropic PBC Rückenwind geben. Für Investmentbanken wäre dies ein Beleg dafür, dass öffentliche Märkte Bewertungen in Billionenhöhe aufnehmen können, die noch vor wenigen Jahren undenkbar erschienen.

«Die Nachfrage nach dem Börsengang war gut, und auch am Vor-IPO-Handel besteht grosses Interesse», sagte Fabien Yip, Marktanalystin bei IG. Es sei der bislang populärste vorbörsliche Handel gewesen, «den wir bisher gesehen haben, obwohl die Bewertung hoch erscheint». Sollte die Dynamik der vorbörslichen Preisbildung anhalten, «wird dies einen Präzedenzfall für die nächsten Mega-Börsengänge schaffen», fügte sie hinzu.

Kurzfristig könnte ein starkes SpaceX-Debüt allerdings auch Kapital von der sogenannten Magnificent-Seven-Gruppe sowie von Tesla abziehen. Gleichzeitig dürften Zulieferer, Wettbewerber und Anteilseigner profitieren, die weltweit mit Musks Raketen- und Satellitenunternehmen verbunden sind.

(Bloomberg)

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