Die Ausgaben für neue Rechenzentren hätten sich in den vergangenen Monaten jedoch nahezu verdreifacht, teilte der Raumfahrtkonzern SpaceX des Milliardärs Elon Musk am Dienstag mit. «Wir stehen vor einem Wendepunkt in den Bereichen Raketenstarts, Vernetzung und KI», sagte Musk bei einer Telefonkonferenz mit Investoren.
Das US-Unternehmen steigerte die Erlöse den Angaben zufolge überraschend deutlich um 161 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar. Das stärkste Wachstum verzeichnete dabei die Sparte KI mit einem Plus von 830 Prozent. Sie erwirtschaftete 7,56 Milliarden Dollar und löste die Satellitentochter Starlink als wichtigsten Umsatzbringer ab. Dieser Geschäftsbereich verdient sein Geld hauptsächlich mit der Vermietung von Rechenkapazitäten für KI-Entwickler wie Anthropic oder Reflection AI. In den vergangenen drei Monaten steckte SpaceX 16,4 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Dies war der Löwenanteil der konzernweiten Investitionen von 19,6 Milliarden Dollar.
Schlagzeilenträchtiger Gewinnbringer
Starlink wuchs im Berichtszeitraum um knapp 70 Prozent und erwirtschaftete fast den kompletten operativen Konzerngewinn von 2,79 Milliarden Dollar. Die Zahl der Nutzer stieg zwar überraschend deutlich auf 13,6 Millionen, der durchschnittliche Monatsumsatz pro Nutzer ging jedoch wegen günstiger Einsteigertarife in neu erschlossenen Märkten erneut zurück.
Unabhängig davon sorgt der Satellitenbetreiber immer wieder für Aufsehen: Die Ukraine wirft dem US-Konzern vor, die Geschwindigkeit der Datenübertragung zu drosseln und damit die Verteidigung des Landes zu behindern. Die Starlink-Satelliten dienen der Kommunikation auf dem Gefechtsfeld sowie der Steuerung von Drohnenangriffen und der Flugabwehr.
Darüber hinaus drängt Starlink verstärkt in den Mobilfunkmarkt und hat sich in den USA bereits umfangreiche Funkfrequenzen gesichert. Das Unternehmen will satellitengestützte Gespräche und Datenübertragungen über handelsübliche Smartphones anbieten. Für die «Direct-to-Device»-Technologie ist es bislang meist auf Kooperationen mit klassischen Mobilfunkanbietern wie der Deutschen Telekom und deren US-Tochter T-Mobile angewiesen.
Um dieser drohenden Konkurrenz zu begegnen, haben die Telekom, Telefonica, Vodafone und Orange eine Partnerschaft vereinbart. Sie wollen sich gemeinsam um die anstehende Neuvergabe von Satelliten-Funkfrequenzen in Europa bewerben. Die Europäische Union (EU) hat zwei Drittel des Spektrums für heimische Anbieter reserviert. Die US-Regierung habe einem Zeitungsbericht zufolge verärgert auf diese Pläne reagiert. Sollte die EU den Marktzugang für US-Unternehmen einschränken, drohten «verheerende» Vergeltungsmassnahmen, schrieb die «Financial Times».
(Reuters)

