Das unter anderem für seinen Satelliteninternet-Dienst Starlink bekannte Unternehmen verkaufte rund 555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar - und nahm damit 75 Milliarden US-Dollar (64,8 Mrd Euro) ein. Nun kommen die Aktien in den Handel. Beim zuvor grössten Börsengang hatte die saudi-arabische Ölfirma Aramco im Jahr 2019 gut 29 Milliarden Dollar eingenommen.
SpaceX debütiert damit an der Börse wie geplant mit einer Bewertung von 1,77 Billionen Dollar - und ist aus dem Stand mehr wert als etwa der Facebook-Konzern Meta . Und im inoffiziellen, unregulierten und ausserbörslichen Handel (Graumarkt) werden die Aktien der Weltraumfirma bereits mit deutlichen Aufschlägen gehandelt.
Der Handel mit Derivaten im Vorfeld des Börsengangs von SpaceX deutet auf einen Kursgewinn zwischen 30 und 50 Prozent hin, da Privatanleger in Scharen auf den mit Spannung erwarteten Börsengang zuströmen. Vom Handelshaus IG International angebotene Derivate etwa liessen in Singapur einen Marktwert von 2,4 Billionen Dollar vermuten, was einen Gewinn von mehr als 35 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis bedeuten würde. An SpaceX gebundene unbefristete Futures (Perpetual Futures) - also Kontrakte ohne Ablaufdatum - wurden auf der Krypto-Handelsplattform Hyperliquid zu einem Kurs von rund 180 Dollar gehandelt, was einer Bewertung von mehr als 2,3 Billionen Dollar entspricht.
«Perpetual Futures sind von Bedeutung, da sie die gehebelten Markterwartungen in Echtzeit widerspiegeln», sagte Marktbeobachter Stephen Innes. Die Kombination aus hohem Handelsvolumen und hoher Gesamtzahl ausstehender Derivatkontrakte deute darauf hin, dass es sich hierbei um mehr als nur einen vorübergehenden Schlagzeilen-Trade handelt.
Eine Marktbewertung von SpaceX zum Börsenschluss des ersten Handelstages über zwei Billionen Dollar würde Innes zufolge den nächsten Mega-Börsengängen im KI-Bereich eine aussagekräftige Bewertungsvorlage liefern und den Bankern signalisieren, dass der Aktienmarkt auch extreme Grössenordnungen verkraften kann. In den Startlöchern stehen der ChatGPT-Erfinder OpenAI und sein Rivale Anthropic.
Der Börsengang von SpaceX dürfte derweil weite Kreise ziehen. Da die Papiere ungewöhnlich schnell in mehrere wichtige Aktienindizes einziehen werden, könnte dem Experten zufolge Kapital von wertvollen und einflussreichen US-Technologieunternehmen abgezogen werden. Zugleich könnte der IPO die Aktien von Zulieferern, Wettbewerbern sowie Unternehmen aus dem Bereich der Satelliteninfrastruktur beflügeln, die mit dem gesamten Ökosystem verbunden sind. Bereits im vorbörslichen US-Handel zogen mit Firefly Aerospace und Redwire die Aktien von zwei Unternehmen für Luft- und Raumfahrttechnik um fast acht beziehungsweise sechs Prozent an.
Im regulären Handel allerdings könnte es etwas dauern, bis der erste Kurs von SpaceX feststeht. «Anleger sollten bedenken, dass US-Börsengänge in der Regel zu Beginn des Handelstages eine Eröffnungsauktion durchlaufen, die mehrere Stunden dauern kann», sagte Analyst Matt Britzman von der britischen Investmentgesellschaft Hargreaves Lansdown. Daher sei es unwahrscheinlich, dass SpaceX direkt zu Beginn des Handels gehandelt werden kann.
SpaceX spielt mit seinen Raketen eine Schlüsselrolle für das US-Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink, der zugleich der mit Abstand grösste Geldbringer ist. Ferner brachte Musk in SpaceX auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Damit könnten die Investoren gleich von mehreren Megatrends profitieren. Dabei aber besteht nicht nur die Gefahr, dass die Anlegerträume verpuffen, wenn sich die vermeintlich langfristigen Kurstreiber doch früher oder später verflüchtigen./la/ag/jha/
(AWP)
