Die Grenzkontrollen sind nach spanischer Auffassung unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni machte deutlich, dass sie sich an kein Ultimatum halten werde. «Italien akzeptiert keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland, was die nationale Sicherheit und die Grenzkontrolle betrifft», heisst es in einer Erklärung ihres Büros, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Wir beabsichtigen unter keinen Umständen, die Entscheidung zur Aussetzung der Anwendung des Schengen-Abkommens für Drittstaatsangehörige aus Spanien zu revidieren, zumindest bis zum 15. August und in jedem Fall so lange, bis Sicherheits- und Terrorismusrisiken für Italien vollständig ausgeschlossen sind.»
Italien hatte das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien seit vergangenen Samstag angesichts der Migrationskrise in Spaniens Nordafrika-Exklave Ceuta ausgesetzt. Vorübergehend hatten rund 72.000 Menschen von Marokko aus Ceuta erreicht. Meloni hatte den Schritt als «aussergewöhnliche Massnahme» bezeichnet, die ergriffen worden sei, «um die nationale Sicherheit zu gewährleisten und mögliche Auswirkungen für unser Land zu verhindern».
Italien hat keine Landgrenze mit Spanien. Die von Meloni verkündete Massnahme betrifft den See- und Luftverkehr. Vor allem Reisende ohne EU-Staatsbürgerschaft sollten überprüft werden. Die nach Ceuta eingedrungenen Migranten haben gar keine Möglichkeit, auf das spanische Festland und von dort Richtung Italien zu fliegen oder per Fähre zu fahren./ro/DP/nas
(AWP)
