Die Entscheidungen seien schwierig und müssten im Dialog mit allen Beteiligten ausgestaltet werden, so die VDA-Präsidentin. «Diesen Handlungsbedarf ganz oder in Teilen zu leugnen und die eindeutige Faktengrundlage nicht anzuerkennen, ist keine Option. Es ist kurzsichtig und wegen seiner Konsequenzen unsozial.»
Mit Blick auf Jobs in der Branche sagte Müller, die Realität habe die politischen Ziele und Ansätze überholt und gefährde zunehmend auch Arbeitsplätze. «Die Werke bei Herstellern und Zulieferern werden wir so nicht halten können», so Müller. «Wir müssen die Standorte hier auch für ausländische Hersteller öffnen. Mit jedem Werk, das wir hier halten können, halten wir Arbeitsplätze.»
Gewerkschaft ruft zu Protesttag auf
Wachsende Konflikte um Arbeitszeit und Sparprogramme in der Branche wirken sich zunehmend auf die Beschäftigten aus. Bei Volkswagen beispielsweise formiert sich Widerstand: Die IG Metall hat für Donnerstag zum bundesweiten Aktionstag an allen Konzernstandorten aufgerufen. Am selben Tag findet die VW -Aufsichtsratssitzung statt, auf der über mögliche Einschnitte beraten wird.
Laut «Manager Magazin» will VW seinen Sparkurs deutlich verschärfen: Bis zu 100.000 Stellen könnten weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken des VW-Konzerns in Deutschland droht demnach sogar die Schliessung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Laut «Spiegel» könnte die Fahrzeugproduktion dort bis Ende 2034 auslaufen.
Am vergangenen Freitag hatten bereits bundesweit Zehntausende Beschäftigte des Autobauers Mercedes-Benz gegen eine geplante Verschärfung des Sparkurses des Unternehmens protestiert./evy/DP/zb
(AWP)
