Die Regierung unter dem Rechtspopulisten und Milliardär Andrej Babis hatte den Spritpreisdeckel Anfang April als Reaktion auf die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs verabschiedet. Die zulässigen Höchstpreise wurden täglich angepasst und lagen zuletzt bei 43,41 Kronen (etwa 1,79 Euro) pro Liter Benzin und 42,13 Kronen (rund 1,74 Euro) pro Liter Diesel. Vertreter des Tankstellengewerbes kritisierten die Massnahme von Anfang an als einen «unglücklichen» und «unnötigen» Schritt.
Die Preisregulierung habe ihren Zweck erfüllt, die Gründe dafür seien aber inzwischen entfallen, teilte Finanzministerin Alena Schillerova mit. Man kehre zum Marktmechanismus zurück. «Ich möchte aber allen versichern, dass wir den Markt nicht ohne Aufsicht lassen», betonte sie. Bei jeglichen Anzeichen von Anomalien und Missbrauch sei man bereit, erneut einzugreifen.
Wegen der vergleichsweise günstigen Spritpreise fahren viele Autofahrer aus dem deutschen Grenzgebiet für eine Tankfüllung über die Grenze. Dabei sind allerdings Zoll-, Steuer- und Gefahrgutrecht zu beachten.
Tschechien verfügt über ein dichtes Tankstellen-Netz. Die grössten Betreiber sind der polnische Orlen -Konzern und das ungarische Unternehmen Mol. Der Staatsbetrieb Cepro betreibt zudem 209 Tankstellen unter der Marke Eurooil und 75 unter der Marke Robin Oil./hei/DP/mis
(AWP)
