Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) erwirtschaftete im Jahr 2025 gemäss eigenen Angaben einen Betriebsertrag von 1,56 Milliarden Franken - rund 3,5 Millionen Franken weniger als im Jahr zuvor.
Mit einem Minus von 33,4 Millionen Franken schlugen dabei vor allem die gesunkenen Gebühreneinnahmen zu Buche - dies noch vor der vom Bundesrat auf 2027 verfügten Senkungen der Abgaben auf 2027 und 2029. Aber auch die Werbeeinnahmen lagen um 4,1 Millionen Franken unter dem Vorjahreswert, wie der Medienmitteilung zu entnehmen ist.
Der Betriebsaufwand stieg gleichzeitig gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Millionen Franken. Zwar sanken in der Folge des Abbaus von 248 Vollzeitstellen (minus 4,3 Prozent) die effektiven Gehaltskosten um 15,6 Millionen Franken, gleichzeitig weist die Jahresrechnung aber Rückstellungen von knapp 50 Millionen Franken für die Sozialplankosten bis 2029 aus.
Unter dem Strich stiegen die Personalkosten also um 23 Millionen Franken. Mit den Rückstellungen würden die Sozialplankosten die künftigen Jahresergebnisse aber nicht mehr belasten, heisst es von Seiten der SRG.
Höhere Investitionen in Standort-Umbau
Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Anlagen beliefen sich gemäss Jahresrechnung auf 105,3 Millionen Franken - 5,9 Millionen mehr als im Vorjahr. Der neue Standort der Westschweizer Einheit RTS in Ecublens VD werde aktuell schrittweise in Betrieb genommen und der Umbau des Tessiner Standorts RSI in Comano TI verlaufe planmässig. Mittelfristig werde die Immobilienstrategie zu Kosteneinsparungen führen.
Das Jahr 2025 war gemäss SRG-Mitteilung geprägt von Grossanlässen, darunter der Eurovision Song Contest (ESC) in Basel, die Fussball-Europameisterschaft der Frauen in der Schweiz und das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Mollis GL. Die vier Partien des Schweizer Nationalteams an der Fussball-EM hätten auf allen SRG-Kanälen einen Marktanteil von 59,1 erreicht, die Lauberhornabfahrt im Ski alpin als meistgesehene Sendung des Jahres gar einen von 77,5 Prozent.
Die Grossanlässe hätten nicht nur für positive Zuschauerzahlen, sondern auch für höhere Sponsoringerträge gesorgt, heisst es weiter. Dies sorgte gemäss Rechnung beim «übrigen Betriebsertrag» für ein Plus von 26,8 Millionen auf 93,8 Millionen Franken. In diesem Posten enthalten sind auch Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien.
81 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren in der Schweiz nutzten gemäss den Nutzerzahlen mindestens einmal pro Woche ein Angebot der SRG im Radio und Fernsehen, auf Websites oder über Apps und Social-Media-Plattformen. Dies verteile sich auf alle Sprachen, Regionen und Altersgruppen. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil noch bei 83 Prozent der Bevölkerung.
«Fragiler Werbemarkt»
Für das laufende Jahr 2026 erwartet die SRG stabile Erträge aus der Medienabgabe, da die vom Bundesrat verordnete schrittweise Reduktion der Gebühren auf 300 Franken erst 2027 und 2029 wirksam werde. Das Medienumfeld berge aber weiterhin Risiken, heisst es. Als eines wird der «fragile Werbemarkt» mit hohen Schwankungen und Verschiebungen hin zu Drittplattformen genannt.
Mit den vergangenen Olympischen Winterspielen und der bevorstehenden Fussball-Weltmeisterschaft würden sich aber zwei Grossereignisse kommerziell positiv niederschlagen, schreibt die SRG weiter.
(AWP)
