In den Monaten Januar bis März sind die von Temporärarbeitenden geleisteten Einsatzstunden gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Prozent gestiegen, wie der Branchenverband Swissstaffing am Mittwoch schrieb. Damit sei ein mehrjähriger Abwärtstrend gestoppt worden. Der Aufschwung bleibe aber fragil, warnte der Verband.
Derweil leidet das Geschäft mit der Vermittlung von Festanstellungen weiterhin unter der Konjunkturabkühlung und der wirtschaftlichen Unsicherheit. Mit einem Rückgang von 16,9 Prozent sei dieses Marktsegment bereits im elften Quartal in Folge zurückgefallen, so die Mitteilung.
Iran-Konflikt belastet noch kaum
Noch kaum Folgen für den Temporärarbeitsmarkt gehen vom Konflikt im Nahen Osten aus. Die Einsatzstunden im Monat März allein wuchsen verglichen mit dem Vorjahresmonat gar um 1,1 Prozent. Die Entwicklung sei zwar schwächer als im Januar gewesen, aber besser als im Februar, hiess es.
«Im historischen Vergleich waren die Energiepreisanstiege im März trotz spürbarer Folgen an den Zapfsäulen moderat. Deshalb wirkte sich der Iran-Konflikt kaum auf das Geschäft der Personaldienstleister aus», ordnet Swissstaffing-Ökonom Marius Osterfeld ein. Sollte sich der Konflikt an der Strasse von Hormus aber nicht auflösen, dann werde dies die Industrie hart treffen.
Beim Branchenverband geht man in einem solchen Szenario auch von negativen Folgen für den Personalverleih aus. Schliesslich entfalle vom Umsatz der Personaldienstleister etwa ein Viertel auf den Industriesektor. Die Temporärbranche reagiere daher stark auf die Entwicklungen in der Industrie.
Rückgang in der Ostschweiz
Aktuell leidet das Geschäft mit Industriekunden in der Ostschweiz. Dort würden Industriebetriebe für ihre Stammbelegschaft vermehrt Kurzarbeit anmelden und sie hätten kaum Bedarf an Temporärpersonal, so der Verband. Die Einsatzstunden in der Ostschweiz sanken im ersten Quartal um 2,2 Prozent. Dagegen wurde im Mittelland ein Plus von 5,5 Prozent registriert, auch dank der Erholung in der Uhrenindustrie.
mk/rw
(AWP)
