Der von Raiffeisen am Mittwoch veröffentlichte KMU PMI ist im März auf 55,0 von 53,5 Punkten im Februar gestiegen. Bei Werten unter 50 Punkten gehen die befragten Unternehmen von einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität aus; liegt der Index oberhalb dieser Schwelle, dann ist von Wachstum auszugehen.

Der aktuelle Indexstand ist der höchste seit fast vier Jahren. Der erneute Anstieg bestätige, dass die Erholungssignale vom Februar kein blosses Strohfeuer gewesen seien, schreiben die Raiffeisen-Ökonomen.

Sie räumen allerdings ein, dass die Erholung auf tönernen Füssen stehe. Zum Anstieg hätten vor allem die binnenorientierten Unternehmen beigetragen, nicht aber die exportorientierten. Und alles in allem habe der Kriegsausbruch im Nahen Osten die Chancen auf ein Ende der Industriekrise gedämpft.

Negative Effekte auf Investitionspläne

So hätten sich in der aktuellen Umfrage erste Bremsspuren gezeigt. Knapp 40 Prozent der befragten KMU rechnen demnach aufgrund der angespannten geopolitischen Lage bereits jetzt mit negativen Auswirkungen auf ihre Investitionspläne.

Zudem wiesen laut den Angaben zahlreiche Exportunternehmen in den Kommentaren auf die Frankenstärke als Belastung hin. Und der direkte Einfluss höherer Energiepreise sei ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Kleinere, meist binnenorientierte KMU deckten ihren Energiebedarf häufig über langfristige Verträge mit lokalen Stromversorgern - und spürten daher steigende Energiepreise erst

zeitverzögert.

Grössere und stärker exportorientierte KMU beschafften ihre Energie hingegen oft am freien Markt. Entsprechend zeige sich bei diesen Unternehmen eine deutlich höhere Sensitivität gegenüber

steigenden Energiepreisen.

rw/cg

(AWP)