Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr um 4,1 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken. Organisch - also ohne Wechselkurseffekte und Übernahmen - wuchs Straumann sogar um 8,9 Prozent. Dabei sei das Umsatzwachstum «zum allergrössten Teil volumengetrieben» gewesen, sagt Straumann-Chef Guillaume Daniellot im Gespräch mit AWP.
Auf Gewinnebene richtet Straumann selbst seine Prognose am operativen Kerngewinn (Core EBIT) aus, der um Posten wie etwa Abschreibungen aus Kaufpreisallokation, Wertminderungen, Restrukturierungskosten etc. bereinigt wird. Dieser stieg auf 655 Millionen und die entsprechende Marge lag zu konstanten Wechselkursen bei 26,5 Prozent. Derweil sorgten Währungseffekte und hohe Investitionen für einen Rückgang beim Kern-Gewinn auf 478 Millionen nach 502 Millionen im Jahr zuvor. Die eigenen Ziele hat Straumann damit erfüllt.
Weiter stark regionale Unterschiede
Ein zentrales Thema bei den vorgelegten Zahlen sind die anhaltend starken regionalen Unterschiede. So kletterten die Einnahmen in der wichtigsten Region Europa, Naher Osten & Afrika organisch zweistellig. Auch die kleinste Region, Lateinamerika, steigerte die Einnahmen zweistellig.
Dagegen wuchs der Umsatz in Nordamerika und auch Asien/Pazifik jeweils einstellig. Wie Straumann schreibt, war die Entwicklung in Nordamerika in einem weiterhin herausfordernden makroökonomischen Umfeld solide. Zuletzt hätten sich die wirtschaftlichen Signale etwas verbessert, so dass er Straumann in einer insgesamt wirklich guten Position für 2026 sehe, wie der CEO sagte.
China im H2 stärker erwartet
Derweil bleibt China weiterhin ein zentrales Thema - sowohl für Straumann als auch Analysten, wie die Fragen in der Telefonkonferenz zeigten. So hat der Konzern in der Region Asien/Pazifik trotz des Gegenwinds aus China mehr umgesetzt als im Vorjahr. Der chinesische Markt war in der zweiten Jahreshälfte aber von einem verhaltenen Patientenzulauf und einem vorsichtigen Distributionsverhalten im Vorfeld der nächsten Runde des volumenbasierten Beschaffungsprozesses (VBP 2.0) beeinflusst. Durch diesen Prozess strebt die chinesische Regierung tiefere Preise für Konsumenten an, indem sie durch eine zentralisierte Beschaffung die Kosten im Gesundheitswesen generell senkt.
Wie Daniellot sagt, sei die ursprünglich für Dezember 2025 geplante Einführung von VBP 2.0 nun möglicherweise auf das zweite Quartal 2026 verschoben worden - «offizielle Details, insbesondere zu den künftigen Preisen, gibt es jedoch noch nicht.» Man rechne intern mit Preisrückgängen zwischen 5 und 15 Prozent, «aber das sind nur unsere Annahmen». Entsprechend geht das Straumann-Management davon aus, dass das Geschäft in der Region 2026 im zweiten Semester stärker ausfallen werde als in den ersten sechs Monaten.
Wachstum kurz- und mittelfristig
Mit Blick nach vorne setzt sich das Unternehmen zu konstanten Wechselkursen ein organisches Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine Kern-EBIT-Marge von 30 bis 60 Basispunkten gegenüber 2025 zum Ziel.
Auch die Mittelfristziele haben weiter Bestand. Demnach strebt Straumann für den Zeitraum 2026-2030 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 10 Prozent sowie eine durchschnittliche Steigerung der Kern-EBIT-Marge um 40 bis 50 Basispunkte pro Jahr an (bei konstanten Wechselkursen).
hr/dm
(AWP)

