Glyphosat ist noch bis zum 15. Dezember EU-weit zugelassen. Unter Berücksichtigung der Efsa-Ergebnisse wird die EU-Kommission einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen erarbeiten. Über eine mögliche Verlängerung der Zulassung sollen dann die Agrarministerinnen und Agrarminister der EU-Staaten entscheiden. Für die Untersuchung hatte die Efsa eigenen Angaben zufolge in einem dreijährigen Verfahren Tausende Studien und wissenschaftliche Artikel betrachtet.

Zu den Aspekten, die nicht abschliessend geklärt wurden, gehören etwa ernährungsbedingte Risiken für Verbraucher und die Bewertung der Risiken für Wasserpflanzen, wie die Efsa mitteilte. Auch mit Blick auf den Artenschutz liessen die verfügbaren Informationen keine eindeutigen Schlussfolgerungen zu. Die Efsa ermittelte etwa bei mehreren Verwendungen des Wirkstoffs "ein hohes langfristiges Risiko für Säugetiere". In der Analyse heisst es dazu nun weitergehend: "Geeignete Daten zur Verfeinerung der Risikobewertung waren nicht verfügbar."

Grundsätzlich schätzt die Behörde mit Sitz im italienischen Parma die untersuchten Risiken aber nicht so gross ein, dass eine weitere Zulassung untersagt werden muss.

Bundesagrarminister Cem Özdemir sieht die Untersuchung kritisch. Die Analyse lasse einen wesentlichen Aspekt aus, sie berücksichtige die Auswirkungen auf die Natur nicht ausreichend, sagte er am Dienstag in Brüssel. "Das ist, wie wenn Sie ein Fahrzeug fahren und auf alles testen, ausser auf die Bremse", so der Grünen-Politiker.

Sein spanischer Amtskollege Luis Planas sieht das etwas anders: Wenn der wissenschaftliche Rat negativ sei, müssen er befolgt werden, ebenso wenn er positiv sei. "Das ist ganz einfach."/mjm/DP/ngu