Je länger der Konflikt in Nahost anhalte und je stärker er die Preise ansteigen lasse, desto wahrscheinlicher seien Zinsanstiege, schreibt Moneypark. Das sei vor allem bei den langfristigen Zinssätzen (10 Jahre) so. Am kurzen Ende (2 Jahre) wirke derweil die Aufwertung des Frankens in der Tendenz stärker zinsmindernd. Daraus ergebe sich eine ausgeprägte Spreizung zwischen kurz- und langfristigen Sätzen.
Die aktuell steile Zinskurve stützt laut Moneypark die Nachfrage nach Hypotheken mit mittleren Laufzeiten um die fünf Jahre. Zudem seien Saron-Hypotheken überdurchschnittlich beliebt. Viele Hypothekarnehmende spekulierten auf Negativzinsen und die passende Gelegenheit, um in noch günstigere Festhypotheken zu wechseln.
Werden die Zinsen steigen?
Noch rechnet die grosse Mehrheit der rund 50 von Moneypark befragten Hypothekargeber vor dem Hintergrund einer in der Schweiz weiterhin tiefen Inflation mit einer längeren Nullzinsphase. Den aktuell sehr starken Franken dürfte die Nationalbank (SNB) vorerst eher mit Devisenmarktinterventionen bekämpfen als mit der Wiedereinführung von Negativzinsen, glauben die Moneypark-Experten.
Sollte sich der Nahost-Konflikt aber in die Länge ziehen und die Energiepreise anhaltend steigen lassen, könnten sich ausländische Zentralbanken zur Inflationsbekämpfung gezwungen sehen und die Leitzinsen erhöhen. Das würde dann im zweiten Halbjahr auch in der Schweiz zum Thema. Zudem seien die US-Zölle für die Weltwirtschaft und die Zinsentwicklung weiterhin ein grosser Unsicherheitsfaktor.
Die beliebteste Laufzeit am Schweizer Hypothekarmarkt bleiben unangefochten 10-Jährige Festhypotheken. Deren Richtsatz betrug laut Moneypark Ende letzter Woche 1,80 Prozent. Bei fünfjährigen Papieren lag der Richtsatz bei 1,43 Prozent und beim Saron 3 Monate stand er bei 1,04 Prozent.
mk/uh
(AWP)
