Die beiden neuen Kandidatinnen von SVP und SP erreichten das absolute Mehr bereits im ersten Wahlgang. Auf die 45-jährige Neuweiler fielen 28'022 Stimmen, die 58-jährige Wiesmann konnte 24'237 Stimmen auf sich vereinen.

Obwohl die SVP die klar wählerstärkste Partei im Thurgau ist, sei die Wahl im ersten Anlauf keine Selbstverständlichkeit, sagte Denise Neuweiler gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Es hätte zu einer Aufteilung der Stimmen kommen können, die einen zweiten Wahlgang nötig gemacht hätte.»

Die neugewählte SVP-Regierungsrätin sieht den Kanton vor zahlreichen Herausforderungen. Zu den drängendsten Themen zählte Neuweiler unter anderem die Digitalisierung, Sicherheit und Finanzen sowie die steigenden Schülerzahlen und die Biodiversität.

Dominik Diezi erzielte die meisten Stimmen

«Chancengerechtigkeit und soziale Teilhabe sind Themen, für die ich mich seit jeher eingesetzt habe», sagte Sonja Wiesmann kurz nach ihrer Wahl. Insbesondere für diese Anliegen werde sie sich nun auch in der Thurgauer Regierung einsetzen. Auf ein bestimmtes Departement schiele sie dabei nicht, sondern sie sei offen für alle Aufgaben, so Wiesmann weiter.

Das beste Resultat aller Kandidierenden für den Regierungsrat erzielte der Bisherige Dominik Diezi (Mitte) mit 37'275 Stimmen, seine Amtskollegen Walter Schönholzer (FDP) und Urs Martin (SVP) kamen auf 31'692 beziehungsweise 30'567 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 30,1 Prozent. Vor vier Jahren war die Wahlbeteiligung mit 32,4 Prozent leicht höher.

Keine Veränderung seit den 1980er Jahren

Damit setzt sich die Thurgauer Regierung weiterhin aus zwei Vertretungen der SVP und je einem Mitglied von Mitte, FDP und SP zusammen. Diese Zauberformel besteht seit den 1980er Jahren.

Von den Herausforderern erzielte Sandra Reinhart (Grüne) 18'449 Stimmen. Sie zeigte sich erwartungsgemäss enttäuscht über den verpassten Einzug in die Regierung, konnte dem Wahlkampf aber dennoch Positives abgewinnen.

«Ich konnte als Kandidatin aufzeigen, dass wir uns auch ausserhalb der Kernthemen der Grünen auskennen und stark einsetzen», sagte sie.

Christian Stricker (EVP) kam auf 15'197 Stimmen. Pascal Singh von der Bewegung Aufrecht vermochte 9040 Stimmen auf sich zu vereinen. Beide lagen wie Sandra Reinhart unter dem absoluten Mehr von 20'780 Stimmen.

(AWP)