Um kurz nach 09.30 Uhr klettern die Swatch Inhaber um 5,5 Prozent auf 285,90 Franken, während Richemont 0,8 Prozent dazugewinnen und der SMI mit 0,14 leicht im Plus steht. Swatch kamen über weite Strecken des laufenden Börsenjahres kaum auf Touren und hatten bis am gestrigen Mittwoch seit Jahresbeginn lediglich 3 Prozent dazugewonnen (Richemont +26%).
Das Geschäft von Swatch lief im ersten Halbjahr klar besser als erwartet: Die Analysten wurden einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen von 18 Prozent (AWP-Konsens: +14%), einer Betriebsgewinnmarge auf Stufe EBIT von 17,1 Prozent (15,6%) sowie auch mit dem Reingewinn von beinahe einer halben Milliarde Franken (436 Mio) überrascht.
"Brilliant" heisst es im Kurzkommentar der Bank Bernstein zu den Swatch-Zahlen im Titel. Swatch habe sich an vielen Fronten verbessert und stark entwickelt, sei es betreffend Markenentwicklung oder auch Kosteneffizienz, schreibt Analyst Luca Solca. Damit dürfte der Konzern an der Börse gut abschneiden.
Auch Patrik Schwendimann schreibt von einer positiven Überraschung, die Swatch im ersten Halbjahr glückte. Dabei sei die EBIT-Marge sogar über das Vor-Corona-Niveau aus dem Jahr 2019 geklettert. Swatch habe wie erhofft von der Erholung im Grossraum China und vom anziehenden chinesischen Tourismus profitiert, so Schwendimann weiter.
Swatch sei sehr stark gewachsen und habe die Profitabilität deutlich verbessert, meint Jean-Philippe Bertschy von der Bank Vontobel. Dabei habe der Konzern erstmals seit einigen Jahren das Exportwachstum der gesamten Branche übertroffen. Ein Höhepunkt stellt für Bertschy der Erfolg der "MoonSwatch" dar, der Swatch-Uhr im Kleid der Omega-Ikone "Moonwatch".
Nicht nur die Uhren-, sondern auch die Schmucksparte sei deutlich profitabler unterwegs, als man dies im Vorfeld der Zahlenpublikation erwartet habe, heisst es derweil im Report von RBC. Swatch warte darüber hinaus auch im Ausblick mit "positiven Aussagen" auf, schreibt Chiara Battistini von JPMorgan.
Einzige Kritikpunkte, welche Analysten sehen, sind der auffällige Lageraufbau und die etwas enttäuschenden Zahlen zum Cashflow, sowie die eher schwachen Signale für die Weltkonjunktur. Zudem stelle der starke Franken eine Hürde dar. Derweil fallen die am Donnerstagmorgen publizierten und schwach ausgefallenen Handelsdaten aus China an der Börse kaum ins Gewicht.
mk/tv