Swatch habe in der ersten Jahreshälfte ein starkes Umsatzwachstum erzielt und Marktanteile dazugewonnen, teilte die Bieler Gesellschaft am Dienstag mit. Dazu hätten alle Preissegmente sowie das Geschäft auf allen Kontinenten beigetragen.
Von Januar bis Juni legte der Gruppenumsatz um 2,0 Prozent auf 3,12 Milliarden Franken zu. Die Belastung durch negative Währungseffekte von rund 200 Millionen herausgerechnet, kletterte der Nettoumsatz gar um 8,5 Prozent in die Höhe. Analysten hatten mit deutlich weniger organischem Wachstum gerechnet.
Marktanteile gewonnen
Das Geschäft mit Uhren und Schmuck legte - getragen vom Erfolg von Marken wie Omega, Longines oder Tissot - um 9,5 Prozent zu. Der Vergleich mit den Uhrenexporten legt nahe, dass sich Swatch damit besser als die Branche behauptet haben dürfte. Im ersten Halbjahr hatten die Schweizer Uhrenhersteller laut dem Uhrenverband wertmässig 0,7 Prozent weniger ins Ausland exportiert.
Der im Luxussegment tätige Genfer Branchennachbar Richemont allerdings wächst wohl nach wie vor schneller als Swatch. Analysten schätzen, dass der Genfer Konzern im Verkauf von Uhren (inkl. Cartier) zuletzt ein tiefes zweistelliges Prozentwachstum erzielt hat.
US-Nachfrage hält an
Ein erneut kräftiges Wachstum erzielte die Swatch-Gruppe mit dem Verkauf von Uhren und Schmuck in den USA, wo die Umsätze zu konstanten Währungen um 27 Prozent nach oben schossen. In Märkten wie Spanien (+28 Prozent), Italien (+12 Prozent), Japan (+20 Prozent) oder Südkorea (+12 Prozent) lief das Geschäft ebenfalls sehr gut.
Noch nicht ganz auf Touren kommt China: Während die Verkäufe in den markeneigenen Läden in China, Hongkong und Macao um 9 Prozent zulegten, seien die Bestellungen von Dritthändlern «bescheiden» ausgefallen, hiess es.
Auch im Mittleren Osten habe der Krieg «erhebliche negative Auswirkungen» auf die Verkäufe.
Gewinn schrumpft weiter
Und zu wünschen übrig lassen noch die Gewinne: Diese bewegen sich nach wie vor auf einem sehr tiefen Niveau, auch weil der Konzern bewusst auf den Erhalt von Arbeitsplätzen setzt, um Knowhow im Konzern zu behalten und in den Fabriken auf einen Marktaufschwung vorbereitet zu sein.
In Zahlen ausgedrückt schrumpfte der Betriebsgewinn EBIT in der ersten Jahreshälfte weiter um knapp ein Viertel auf noch 52 Millionen Franken. Die dazugehörige Marge ging um 0,5 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent zurück und der Reingewinn sank auf 16 Millionen nach 17 Millionen im ersten Halbjahr 2025. Analysten hatten im Vorfeld unter dem Strich allesamt mehr erwartet, einige sogar teilweise deutlich mehr. An der Börse verlor die Aktie am Dienstag denn auch gut 8 Prozent.
Mit Blick nach vorne hofft Konzernchef Nick Hayek auf eine positive Umsatzentwicklung und eine klare Verbesserung der Profitabilität. In den Monaten Mai und Juni habe sich das Wachstum auf gut 13 Prozent beschleunigt und die operative Marge sich auf 8,6 Prozent erhöht. Im Uhren&Schmuck-Geschäft lag die Marge gar bei 15 Prozent. Diese guten Entwicklungen hätten sich in den ersten Juliwochen bestätigt.
mk/ys
(AWP)
