Kurz nach 10 Uhr steigen die Swisscom-Papiere um 4,9 Prozent auf 646,00 Franken. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI gewinnt derweil 0,6 Prozent.

Im bisherigen Jahresverlauf haben die Swisscom-Aktien rund 7 Prozent zugelegt (Stand Vorabend). Vom Höhenflug im März ist der Kurs allerdings massiv gefallen. Am 10. März hatte er mit 727 Franken den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht, fiel danach aber um über 100 Franken zurück.

Besonders positiv beurteilen die Analysten die Entwicklung im Schweizer Kerngeschäft. Die Umsatzerosion im Telekomgeschäft habe sich im zweiten Quartal abgeschwächt, schreiben UBS und Vontobel. Dazu beigetragen hätten Preiserhöhungen sowie stabile Erlöse im Firmenkunden- und Grosshandelsgeschäft. Gleichzeitig wirkten die Kostensenkungen stärker als erwartet. Die UBS hält die unveränderte Prognose für den Umsatzrückgang im Schweizer Telekomgeschäft deshalb für eher vorsichtig.

Auch in Italien kommt Swisscom laut den Experten mit der Integration von Vodafone Italia gut voran. Das italienische EBITDAaL legte im zweiten Quartal deutlich zu, wobei die bereits realisierten Synergien die Erwartungen stützten. Die UBS sieht zudem eine Verbesserung der Erlöstrends. Octavian hebt hervor, dass im ersten Halbjahr bereits Synergien von 166 Millionen Euro erzielt worden seien.

Fragezeichen setzen die Analysten vor allem beim Geldfluss und bei der längerfristigen Entwicklung in der Schweiz. Die ZKB verweist auf einen hinter den Erwartungen zurückgebliebenen freien Cashflow und rechnet wegen des anhaltenden Umsatzdrucks mit weiteren Belastungen. Hinzu kämen mögliche Kosten einer Frequenzauktion im Jahr 2027.

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(AWP)