«Direkte Auswirkungen des Iran-Krieges dürften steigende Energiepreise, die Beeinträchtigung der globalen Lieferketten sowie der starke Schweizer Franken sein», sagte der Präsident des Dachverbandes Swissmem, Martin, Hirzel, an der Jahresmedienkonferenz am Montag in Zürich. Bei den Lieferketten seien zudem nicht nur die Schifffahrt, sondern auch die Luftfahrt betroffen.

Sorgen bereiten auch weiterhin die US-Zölle. Die verschiedenen Ankündigungen nach dem Entscheid des obersten Gerichts in den USA hätten neues Chaos ausgelöst. Unter dem Strich bleibe die Zollbelastung zwar insgesamt etwa gleich hoch, die Verunsicherung sei aber erneut gestiegen.

Dabei hat die Industrie mit 2025 bereits ein sehr schwieriges Jahr hinter sich. So hat das Hin und Her mit den US-Zöllen letztes Jahr insbesondere die Exporte in die USA gebremst. Die Ausfuhren dorthin brachen etwa im vierten Quartal 2025 um 18 Prozent ein. «Unter dem Strich war es ein verlorenes Jahr», so die Bilanz Hirzels.

Auf die gesamte Industrie gerechnet sieht es allerdings nicht ganz so schlimm aus. Insgesamt sanken die Umsätze in der Schweizer Tech-Industrie 2025 um 0,3 Prozent. Dabei gab es im zweiten Semester eine Erholungstendenz: Sowohl im dritten (+3,0 Prozent) als auch im vierten Quartal (+1,1 Prozent) zogen die Umsätze an.

Einzelne Lichtblicke

Als einen Lichtblick bezeichnete Hirzel denn auch die leichte Aufhellung der Stimmung in der Industrie gemäss der jüngsten Umfrage. Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Umfrage im Januar durchgeführt wurde und dass deshalb die neueste Entwicklung bei den US-Zöllen und der Ausbruch des Kriegs im Iran noch nicht eingeflossen sind.

Als weiteren positiven Punkt strich er die Auftragseingänge der Tech-Industrie hervor. Diese erhöhten sich 2025 um insgesamt 1,4 Prozent, wobei sich die Situation insbesondere im vierten Quartal verbesserte.

EU-Geschäft sicherer Anker

Mit Blick auf die wichtigsten Absatzmärkte zeigten sich letztes Jahr grössere Unterschiede: Der starke Rückgang der Exporte in die USA (-7,6 Prozent) kam aufgrund der hohen Zölle wenig überraschend, so die Einschätzung des Verbandes. Das EU-Geschäft (+3,5 Prozent) kompensierte jedoch den Rückgang in die USA und nach Asien (-2,9 Prozent).

Der EU-Markt sei einmal mehr der sichere Anker für die Exporte der Tech-Industrie gewesen, so der Verband. Hirzel betonte denn auch einmal mehr die Wichtigkeit stabiler Beziehungen mit Europa.

Die Erwartungen für 2026 bezeichnet Swissmem angesichts der Umstände als «durchzogen». Immerhin habe bei den Bestellungen im zweiten Halbjahr 2025 ein leichter Rückenwind eingesetzt, und die Einkaufsmanagerindizes (PMI) hätten insbesondere in wichtigen Märkten in Europa in den Wachstumsbereich gedreht.

Allerdings brächten die volatile Weltlage, die unberechenbare US-Zollpolitik, der starke Franken und die Abschottungstendenzen der EU auch 2026 grosse Herausforderungen und Risiken mit sich. Er gehe jedenfalls nicht davon aus, dass kurzfristig ein Aufschwung stattfinden werde, so Hirzel. Konkrete Zahlen lägen ihm allerdings noch nicht vor.

cf/uh

(AWP)