Ein Schiff der chinesischen Küstenwache sei am Samstag ‌auf dem ⁠Weg zu der unter Kontrolle Taiwans stehenden Inselgruppe gesichtet worden, teilte die taiwanische Küstenwache ⁠am Sonntag mit. Daraufhin sei ein eigenes Schiff entsandt worden, was zu einem heftigen verbalen Schlagabtausch über ‌Funk geführt habe.

Das chinesische Schiff habe gefunkt, es befinde ‌sich auf einer Routinemission und China habe ​die Souveränität sowie die Gerichtsbarkeit über die Inseln. Die taiwanische Besatzung forderte die chinesische Seite einem Video zufolge auf, den Frieden nicht zu gefährden und stattdessen nach Demokratie zu streben. Dies sei der richtige Weg, dem eigenen Land zu dienen.

Das chinesische ‌Schiff befand sich einem Vertreter der taiwanischen Küstenwache zufolge am Sonntagnachmittag 21 Seemeilen nordöstlich der Pratas-Inseln. Die Konfrontation dauerte zu diesem Zeitpunkt an. Aus China lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Die ​Wortwahl der chinesischen Seite sowie die Dauer des Aufenthalts in den ​Gewässern seien ungewöhnlich, sagte ein Insider der Nachrichtenagentur ​Reuters. Am Freitagabend hatte die taiwanische Küstenwache nach eigenen Angaben zum zweiten Mal in diesem Monat das ‌chinesische Forschungsschiff «Tongji» aus den Gewässern nahe der Inseln vertrieben.

Die Pratas-Inseln liegen zwischen dem Süden Taiwans und Hongkong. Wegen ihrer Entfernung von über 400 Kilometern zur Hauptinsel gelten sie Sicherheitsexperten ​zufolge als ​anfällig für chinesische Angriffe. Das Atoll, das ⁠zugleich ein Nationalpark ist, wird von der Küstenwache und ​nicht vom Militär verteidigt.

China ⁠betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als eigenes Territorium und hat den militärischen Druck auf ‌den Inselstaat zuletzt erhöht. Die Regierung in Taipeh ist in höchster Alarmbereitschaft, nachdem der chinesische Präsident Xi Jinping in diesem Monat in Peking mit ‌US-Präsident Donald Trump über Taiwan gesprochen hatte. Dabei hatte Xi ​den Anspruch auf Taiwan bekräftigt und Trump vor einem falschen Umgang mit diesem Thema gewarnt.

(Reuters)