Wie schon in der Vorwoche vermittelt Oman bei den Gesprächen über das iranische Atomprogramm. Es brauche nun eine Anstrengung, um das letzte Stück des Weges zum Abschluss eines Abkommens zu schaffen, sagte Omans Aussenminister Badr Al Busaidi.

Bis anhin trafen sich die Verhandlungsparteien nicht im selben Saal. Vielmehr übermittelte Irans Aussenminister Abbas Araghtschi Botschaften an seinen Amtskollegen aus Oman, die dieser anschliessend an die beiden US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff weitergab.

Nach dem ersten Treffen in der Schweiz hatte Araghtschi gesagt, man habe sich darauf geeinigt, Leitprinzipien zu erarbeiten. Er hatte sich vorsichtig optimistisch gezeigt und von einer historischen Chance auf ein «beispielloses Abkommen» gesprochen. Araghtschi beteuerte zudem erneut, sein Land strebe nicht nach Atomwaffen.

Die USA wollen, dass der Iran auf die Anreicherung von Uran verzichtet und seine derzeitigen Bestände in andere Länder auslagert. Teheran seinerseits strebt eine Aufhebung der gegen das Land verhängten Sanktionen an. Eine Einigung im Atomstreit würde es Teheran auch ermöglichen, den Druck auf den Iran nach der blutigen Niederschlagung der Protestbewegung im Land mit tausenden Toten zu verringern.

Grossi reist an

Nach Angaben von Diplomaten aus mehreren Ländern hatte der Iran vergangene Woche Zugeständnisse gemacht und ein dreijähriges Moratorium sowie den teilweisen Export seiner Uran-Bestände angeboten.

Am Donnerstag wird auch der Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA), Rafael Grossi, erneut in die Rhonestadt reisen. Teheran möchte offenbar wieder enger mit der Organisation zusammenarbeiten.

Die Schweiz ist lediglich Gastgeberin der Gespräche, fungiert jedoch nicht als Vermittlerin. «Wir müssen hoffen, dass dieses zweite Treffen erneut einen wichtigen und bald auch entscheidenden Schritt in Richtung Frieden und Stabilität im Iran bringen wird», sagte Bundesrat Ignazio Cassis am Montag in Genf vor Journalisten.

US-Präsident Donald Trump hatte Teheran in den vergangenen Wochen mehrfach mit einem Militärschlag gedroht, sollte die Islamische Republik Teilnehmer von Protesten gegen das Regime hinrichten.

Nun spricht Trump von möglichen begrenzten Militärschlägen, sollte nicht schnell eine Einigung erzielt werden Witkoff deutete an, dass der US-Präsident nicht verstehe, warum der Iran sich einer «Kapitulation» widersetze.

Eskalation befürchtet

Angesichts der Drohungen aus den USA hatte Ajatollah Ali Khamenei, der geistliche Führer der Islamischen Republik, versichert dass es den Vereinigten Staaten nicht gelingen werde, sein Land zu zerstören.

Derzeit setzen beide Länder nach eigener Aussage noch immer auf Verhandlungen. Der Einsatz der US-Marine und der Luftwaffe in der Region dauert allerdings an.

Die US-amerikanischen Gesandten werden in Genf auch den ukrainischen Chefunterhändler Rustem Umjerow treffen. Dieses Treffen solle lediglich dazu dienen, eine neue Verhandlungsrunde zwischen Washington, Kiew und Moskau im März vorzubereiten, erklärte dazu der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

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(AWP)