Thurmed habe dem GZO Spital Wetzikon und seinen Eigentümergemeinden ein entsprechendes Angebot überreicht, heisst es im Communiqué. Über die Höhe einer allfälligen Beteiligung oder den Kaufpreis machte Thurmed auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP keine Angaben.
Über die konkrete Ausgestaltung werde erst nach der Diskussion und Zustimmung der zuständigen Gemeindeorgane informiert, erklärte das Unternehmen. Das Angebot führe zu einer Besserstellung der Gläubiger der GZO, hiess es. Konkreter wurde das Unternehmen nicht.
Spital soll bleiben
Das Spital Wetzikon soll gemäss den Plänen der Thurgauer wie bestehend weiterbetrieben werden. Es sei das Ziel, eine wohnortnahe Spitalversorgung im Zürcher Oberland langfristig zu sichern und die Synergien eines grossen Spitalverbundes zu nutzen.
«Die Spitalversorgung in der Schweiz braucht mehr Zusammenarbeit, nicht jedes Spital muss alles allein anbieten», liess sich Thurmed-CEO Rolf Zehnder zitieren. Thurmed bündle Aufgaben, die nicht jedes Haus selbst erledigen muss. Dazu gehörten Services wie IT, Finanzen, Bau und Infrastruktur, aber auch klinische Bereiche wie Radiologie, Pathologie und Labor. Thurmed erreiche damit als eines der wenigen Spitalunternehmen seit vielen Jahren die notwendige EBITDA-Marge von 10 Prozent zur langfristigen Finanzierung ihrer Infrastruktur.
Aevis steht weiterhin zur Verfügung
Das Angebot aus dem Thurgau für das Spital Wetzikon kommt überraschend. Zuletzt hatten Meldungen kursiert, die Aevis-Victoria-Tochter Swiss Medical Network sei an einer Übernahme interessiert.
Diese bekräftigte am Montag gegenüber AWP ihr Interesse: «Nach wie vor steht das Swiss Medical Network für eine Lösung für das Spital Wetzikon zur Verfügung», sagte eine Sprecherin.
Das Spital Wetzikon geriet in finanzielle Schieflage, weil es eine fällige Anleihe in der Höhe von 170 Millionen Franken nicht zurückzahlen konnte. Das Geld wurde 2014 für die Realisierung des geplanten Neubaus aufgenommen.
Anfang Juli sicherten die Aktionärsgemeinden eine Anschubfinanzierung. Die elf Gemeinden steuerten 50 Millionen Franken zur Rettung des Spitals bei.
Bei ihnen liegt laut Thurmed nun der Ball. Sie müssten das Angebot über den Sommer prüfen, danach seien die Gläubiger der GZO AG im Rahmen des Nachlassverfahrens gefragt. Mit einem definitiven Entscheid zur strategischen Beteiligung sei somit erst im Spätherbst zu rechnen, heisst es in der Mitteilung. Zur Ausgestaltung eines allfälligen Schuldenschnitts äusserte sich Thurmed nicht und verwies auf das Nachlassverfahren.
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(AWP)
